Eon, RWE, EnBW und Vattenfall dominieren Markt
Hintergrund zum deutschen Energiemarkt

Zwar bieten rund 1000 Versorgungsunternehmen in Deutschland Energie an, dominiert wird der Markt aber von vier Konzernen. Eon, RWE, EnBW und Vattenfall erzeugen zusammen aber mehr als 80 Prozent des deutschen Stroms und bestimmen den geographisch aufgeteilten Markt.

HB HAMBURG. Das größte deutsche Energieunternehmen Eon mit rund 81 000 Beschäftigten steigerte seinen Umsatz im vergangenen Jahr gegenüber 2005 um 21 Prozent auf 67,8 Mrd. Euro. Der Reingewinn stieg um 20 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro. RWE als Nummer Zwei im Stromgeschäft erwirtschaftete 2006 bei einem Umsatz von 44,3 Mrd. Euro einen Gewinn von 3,9 Mrd. Euro. Für 2007 erwartet der Konzern mit seinen knapp 70 000 Beschäftigten eine Steigerung des Betriebsgewinns um zehn Prozent.

Die EnBW erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 13 Mrd. Euro und beschäftigt rund 21 000 Mitarbeiter. 2006 erreichte das Unternehmen mit 1,47 Mrd. Euro ein Rekordergebnis vor Steuern und Zinsen. Vattenfall Europe (21 300 Beschäftigte) machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 11,1 Mrd. Euro (plus 5,5 Prozent) und einen Betriebsgewinn von 1,35 Mrd. (plus 19,4 Prozent). Rund 60 Prozent des Umsatzes trug das deutsche Geschäft dazu bei.

Die vier „Platzhirsche“ des Energiemarktes betreiben auch die großen 380 000-Volt-Leitungen, mit denen sie einen großen Teil ihres Gewinns erwirtschaften. Insgesamt erreicht das deutsche Stromnetz eine Länge von 1,65 Mill. Kilometern.

Verbrauch und Preise

Im ersten Halbjahr 2007 wurde der Primärenergieverbrauch in Deutschland mit insgesamt 232,7 Mill. Tonnen Steinkohleeineinheiten beziffert. Laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen ist das gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von 8,1 Prozent.

Im Energiemix entfielen auf Mineralöl 33,0 Prozent, Erdgas 23,0 Prozent, Steinkohle 14,1 Prozent, Braunkohle 11,5 Prozent, Atomenergie 12,0 Prozent, Wasser- und Windkraft 1,7 Prozent sowie sonstige Energieträger 5,3 Prozent. Für den Außenhandelssaldo Strom müssen in dieser Übersicht 0,6 Prozent abgezogen werden, um auf 100 zu kommen.

Die deutschen Haushalte müssen für Energie immer mehr bezahlen. Den Wegfall der Preisaufsicht zum 1. Juli nutzten zahlreiche Energieversorger, um ihre Strompreise zu erhöhen. Wie das Verbraucherportal Verivox berichtete, stiegen die Grundversorgungstarife um durchschnittlich acht Prozent. Die Stromrechnung für einen Haushalt mit 4000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr steige damit auf durchschnittlich 815 Euro jährlich und liege fast sieben Prozent höher als zur Jahresmitte 2006.

Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) schätzt, dass die Strompreise 2007 in Deutschland im Schnitt um fünf Prozent steigen. Mit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 haben laut VDEW inzwischen etwa 37 Prozent der Haushalte einen neuen Tarif beim bisherigen Lieferanten und weitere zehn Prozent einen neuen Anbieter gewählt.

Die Gaspreise sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Nach einem Rekordniveau Ende 2006 haben einige Anbieter im laufenden Jahr ihre Preise wieder gesenkt. Im Durchschnitt zahlt ein deutscher Haushalt laut Verivox aktuell für 20 000 kWh 1289 Euro pro Jahr. Seit dem letzten Vergleich im Februar seien die Preise im Schnitt um 64 Euro oder 4,7 Prozent gesunken. Die Spanne ist groß und reicht von jährlich 1054 Euro bis zu 1556 Euro für 20 000 kWh.

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