Eon
Teyssen plant Radikal-Umbau

Was nicht genug bringt, fliegt raus. Auf diesen kurzen Nenner lässt sich die neue Strategie bringen, nach der Eon-Chef Johannes Teyssen den Energiekonzern offenbar umkrempeln will.
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HB DÜSSELDORF. Der größte deutsche Energiekonzern Eon soll nach "Spiegel"-Informationen radikal umgebaut werden. Eon-Chef Johannes Teyssen wolle weite Bereiche des Düsseldorfer Konzerns umstrukturieren, renditeschwache Sektoren veräußern und Sektoren für Partnerschaften mit anderen Unternehmen öffnen, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf die neue Konzernstrategie, die der Aufsichtsrat in den kommenden Tagen beraten wolle.

Ein Eon-Sprecher sagte am Samstag der Agentur dapd, das Kontrollgremium berate zu Wochenbeginn über die künftige Ausrichtung des Konzerns. Die neue Strategie solle dann am Mittwoch in Düsseldorf präsentiert werden. Zu Einzelheiten des Berichts wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Wie der "Spiegel" unter Berufung auf interne Planungen weiter schreibt, will Teyssen sämtliche Konzernbereiche in den nächsten zwei bis drei Jahren auf den Prüfstand stellen. Dabei stünden alle Sektoren zur Disposition, die den Renditezielen des Managements nicht gerecht würden. Selbst Bereiche wie das Gasnetz, das in vielen Regionen flächendeckende Stromverteilnetz oder der Eon-Vertrieb mit seinen rund 15 Millionen Kunden in Deutschland könnten von den Verkaufs- und Umstrukturierungsplänen betroffen sein.

Die milliardenschweren Verkaufserlöse will Teyssen laut Magazin zu Teilen in wachstumsstarken Märkten außerhalb Europas wie etwa in China oder Brasilien investieren. Mit einem weiteren Teil des Geldes sollten mögliche Rückgänge des Gewinns in den nächsten Jahren kompensiert werden.

In internen Berechnungen gehe Eon davon aus, dass der Vorsteuergewinn nach einem noch positiv verlaufenden Geschäftsjahr 2010 ohne rigide Gegenmaßnahmen in den nächsten drei Jahren um bis zu 30 Prozent zurückgehen könnte, schreibt der "Spiegel". Damit wäre der geplante Schuldenabbau gefährdet, und auch der Aktienkurs dürfte weiter abrutschen.

Kommentare zu " Eon: Teyssen plant Radikal-Umbau"

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  • @ Aktionaer – Eon sollte Kernkompetenz aus einem ganzheitlichen Konzept fuer Erzeugung, Transport und Verteilung entwickeln. im Transport von Energie ergeben sich besonders grosse Herausforderungen, insbesondere, wenn erneuerbare Energietraeger fossile Energietraeger ersetzen sollen. Wie bringe ich Strom aus Nordseewind oder aus Saharasonne kostenguenstig dorthin, wo er gerade gebraucht wird. Wer Kompetenz und technologische Fuehrung erreicht, erzielt langfristig auch Rendite. Ob sich ein langfristiger Kompetenz- und Fuehrungsanspruch durch kurzfristige Renditejagd realisieren laesst darf angezweifelt werden. Ein bisschen Atom in brasilien und etwas Gas in Russland, ein Hochspannungsnetz in China und ein wenig Oel in Afrika koennen zwar kurzfristig die Rendite verbessern aber ob sie der Eon langfristiges Wachstum bescheren, bleibt dahingestellt. Warten wir also ab, wie das Konzept von Herrn Teyssen aussehen wird. Der Artikel macht mich allerdings skeptisch.

  • Aus Aktionärssicht ist es höchste Zeit für ein Eingreifen dieser Art. Ein Geschäftsmodell wie es vor zehn Jahren sicherlich noch sinnvoll und attraktiv war, muß dies heute nicht mehr sein. Die bisherigen Vorstands-Entscheidungen in den letzten Jahren waren eher von Sattheit und Selbstzufriedenheit geprägt, investitionen wurden offensichtlich nicht unter sämtlichen Risiko-Szenarien durchgerechnet (siehe Südeuropa) und der Kontakt zur Politik wurde vernachlässigt. Herr Teyssen sollte alles daransetzen um zumindest die Dividende mittelfristig konstant zu halten.

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