Eon und Gaz de France gelten als Favoriten
MOL verhandelt über Verkauf der Gassparte

Der ungarische Ölkonzern Mol kommt beim geplanten Verkauf seiner Gassparte voran. Man habe genügend Angebote erhalten, seit Beginn dieser Woche werde verhandelt, sagte Executive Chairman Zsolt Hernadi. Nach Informationen mehrerer ungarischer Zeitungen stehen dabei Gespräche mit der Eon-Tochter Ruhrgas und mit Gaz de France im Mittelpunkt.

rev WARSCHAU.Ungarn ist für Eon ein wichtiger Markt, der Düsseldorfer Konzern hat dort mehrere Beteiligungen an Strom- und Gasverteilern. Zu den weiteren Bietern für die Mol-Gasgeschäfte gehören der russische Gazprom-Konzern, die ukrainische Naftogaz und die italienische Eni SpA. Gazprom teilte allerdings mit, man interessiere sich nur für den Bereich Gastransport.

Der Plan von Mol sieht vor, jeweils 75 Prozent der Gassparten Lagerung und Handel sowie 25 Prozent des Gastransports zu verkaufen. Analysten schätzen den Wert des Gesamtpakets auf mehr als eine Mrd. Euro. Ein Mol-Sprecher sagte dem Handelsblatt, am Markt würde über Preise bis zu zwei Mrd. Dollar gesprochen. Man wolle die Verhandlungen auf jeden Fall bis Endes des Jahres abschließen.

Mol treibt den Gas-Verkauf voran, um sich künftig stärker auf das Ölgeschäft konzentrieren zu können. „Im Ölgeschäft haben wir die große Chance, den Konsolidierungsprozess in ganz Mitteleuropa führend zu gestalten“, sagte Konzernchef Hernadi dem Handelsblatt. Im Gasgeschäft dagegen sei Mol nur einer von mehreren Spielern, ergänzte er. „Unser Wachstum ist also limitiert, auch wenn wir zurzeit gute Preise erzielen.“

Große Zukäufe und ein Zusammenschluss mit führenden Wettbewerbern stehen bei MOL neuerdings nicht mehr im Fokus. In einem Beschluss des Mol-Vorstandes vom Freitag heißt es, die Konsolidierung der Branche in Mitteleuropa sei in eine neue Phase getreten, die führenden Ölgesellschaften der Region hätten ihre Position stabilisiert. „Jetzt müssen auf der Basis der errungenen Position neue Wachstumschancen genutzt werden, etwa durch die Erschließung weiterer internationaler Rohölreserven.“

Dieser Strategiewechsel ist eine Reaktion auf die jüngsten Veränderungen bei den Hauptkonkurrenten von Mol in der Region, dem polnischen Konzern PKN Orlen und der österreichischen OMV. Nachdem der polnische Staat in den vergangenen Wochen durch Veränderungen im Management seinen Einfluss bei PKN Orlen kräftig ausgebaut hat, sieht man bei Mol vorerst keinen Sinn darin, die ursprünglich angedachten Fusionspläne mit Orlen weiter zu verfolgen.

OMV wiederum hat durch den Erwerb von 51 Prozent des rumänischen Kraftstoffkonzerns Petrom nicht nur ihr Tankstellennetz und ihre Raffineriekapazitäten ausgebaut, sondern auch Zugang zu weiteren Ölvorräten in Kasachstan und am Schwarzen Meer erhalten. Mol selbst profitiert von der Übernahme der slowakischen Slovnaft und der Beteiligung an der kroatischen INA.

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