Eon und RWE: Deutsche Energiekonzerne ziehen sich aus Osteuropa zurück

Eon und RWE
Deutsche Energiekonzerne ziehen sich aus Osteuropa zurück

Die deutschen Energiekonzerne Eon und RWE trennen sich von ihren Gastöchtern in Ungarn und Tschechien. Während der eine dem politischen Druck nachgibt, braucht der andere dringend Geld.
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Essen/Budapest/PragAm Ende war der politische Druck zu hoch: Düsseldorfer Energiekonzern Eon hat seine ungarische Gassparte an den staatlichen Elektrizitätskonzern MVM verkauft. Die rechtnationale Regierung des ungarischen Ministerpräsident Orban verfolgt den Plan, relevante Energiebetriebe wieder zu verstaatlichen. Der Staatsbetrieb MVM entrichtet für Eons-Gassparte einen Kaufpreis von rund 870 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Budapest mit. Eons ungarisches Gasgeschäft umfasst Erdgaslager sowie eine Erdgas-Handelssparte. Die Transaktion werde in der zweiten Hälfte dieses Jahres abgeschlossen sein, hieß es in der MVM-Mitteilung.

Eon und der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hatten bereits Ende des Vorjahres eine Absichtserklärung über den Verkauf unterzeichnet. Damals war man noch davon ausgegangen, dass die Kaufvereinbarung bis Ende Januar unter Dach und Fach gebracht würde.

Auch der Essener Energiekonzern RWE hat am Donnerstag der Verkauf seiner tschechischen Gaspipeline-Tochter Net4Gas an ein Konsortium aus dem Allianz-Versicherungskonzern und dem kanadischen Finanzinvestor Borealis Infrastructure verkündet. Ein entsprechender Vertrag sei am Donnerstag unterzeichnet worden, teilte RWE mit. Anders als bei Eon ist der Verkauf finanzieller statt politscher Natur: Für die Gastochter erziele RWE einen Preis von rund rund 1,6 Milliarden Euro. Der Verkauf ist Teil des Desinvestitionsprogramms, mit dem die Essener ihre Schuldenlast verringern wollen. Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte vollzogen werden.

RWE habe einen sehr zuverlässigen Langzeitinvestor gefunden, der Net4GAs erfolgreich weiterentwickeln könne, teilte das Unternehmen mit. Die Gastochter hat rund 500 Mitarbeiter und betreibt ein Pipeline-Netz über 3600 Kilometer Länge.

RWE leidet unter einem hohen Schuldenstand von derzeit rund 33 Milliarden Euro. Grund sind unter anderem stark gestiegene Lasten für Pensionsrückstellungen wegen des niedrigen Zinsniveaus. „Wir müssen drastisch sparen“, hatte RWE-Chef Peter Terium Anfang März bei der Bilanzvorlage gesagt. „Und wir werden in Zukunft deutlich weniger Mitarbeiter beschäftigen.“

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  • Die Umsatz- und Gewinneinbrüche bei EON und RWE haben mehr damit zu tun, dass bei beiden Unternehmen der Geschäftsbereich Kernkraftwerke weggebrochen ist auf Grund politischer Maßnahmen. Bestands-Schutz und Rechtssicherheit sieht anders aus.

  • @Commodore

    Ungarn tritt besser heute als morgen aus der EU aus. Ungarn passt heute besser zu Russland.

    Ungarn steht auch nicht wirtschaftlich gut da. Ganz im Gegenteil. Der Forint wertet sicherlich nicht ab, weil die Wirtschaft in Ungarn robust ist. Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Hinzu kommen die Transferleistungen, die Ungarn aus Brüssel überwiesen bekommt.

  • Die Ungarisce Bürger müssen die Preise der ausländischen Energeversorger in Forint begleichen. Der Kurs des Forints rutscht - trotz im Vergleich mit den Eurostaaten guten staatlichen Finanzkennzahlen - unaufhaltsam nach unten. Die Ungarische Regierung hat erkannt, daß ihre Aufgabe in der Rettung seiner Bürger statt in der Rettung ausländischer Konzerne und Banken besteht. Sie fühlen sich den Wähler verpflichtet, nicht den Kapital und schon gar nicht den oft genug unfähigen Manager dieses Kapitals.
    Als Maßnahmen hat die Orban-Regierung z.B. staatliche Hilfen zur Deckelung der im ausländischen Währungen aufgenommenen (Hypotheken-)Kredite seiner Bürger beschlossen um massenhafte Obdachlosigkeit zu vermeiden und auch die Senkung der Energieausgaben der Haushalte. Die Energiepreise, die die ausländische Energiekonzerne auf der Grundlage ihrer heimischen Preisgefüge auch in Ungarn verlangen, können die Ungarn schon längst nicht bezahlen: Preise wie in Deutschland, bei einem Durchschnittsverdienst unter 500,- € Brutto pro Monat.
    "Verstaatlichung" klingt nach Kommunisten, "rechstnational" nach Nazis, in der Wirklichkeit gibt es da jedoch eine Regierung, die ohne Rettungsschirme und dergleichen ihr Land und ihre Bürger über die aktuellen Kriesen zu retten versucht.
    So einige Regierungen der Euroländer könnten von "Denen" eine dicke Scheibe abschneiden!

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