Eon und RWE haben bereits abgewunken
Auch ausländische Firmen dürfen für Yukos bieten

Bei der geplanten Zwangsauktion des Yukos-Kerngeschäfts könnten nach Angaben der russischen Privatisierungsbehörde auch ausländische Firmen als Bieter zugelassen werden. Analysten erwarten allerdings wenig Interesse bei ausländischen Firmen, da Anleger die Rechtmäßigkeit des Verkaufs anfechten könnten.

HB MOSKAU/DÜSSELDORF. Für die Yugansk-Versteigerung solle es mindestens zwei Teilnehmer geben, sagte der Direktor der Behörde, Wladimir Selenzow, am Montag dem Fernsehsender NTW. Auch eine ausländische Teilnahme sei nicht ausgeschlossen, ergänzte er, ohne nähere Angaben zu machen. Analysten hielten es indes für wenig wahrscheinlich, dass ausländische Ölkonzerne Interesse an Yugansk zeigen, da Yukos-Aktionäre möglicherweise die Rechtmäßigkeit des Verkaufs vor Gericht anfechten könnten. Die beiden großen deutschen Energieunternehmen Eon und RWE haben bereits abgewunken. Analysten sehen eher den russischen Gas-Monopolisten Gazprom oder den Ölkonzern Surgut als wahrscheinliche Yugansk-Käufer. Beide unterhalten enge Verbindungen zur russischen Regierung.

Die Nachrichtenagentur Interfax meldete als Termin für die Auktion des Yukos-Kerngeschäfts den 22. November. Der Einstiegspreis könne in Höhe der Yukos-Steuerschulden und damit deutlich unter dem Yukansk-Marktwert liegen, berichtete die Agentur unter Berufung auf Kreise der Privatisierungsbehörde. Die russische Regierung fordert von Yukos Steuernachzahlungen von mindestens 3,75 Milliarden Dollar und hat den Ölkonzern damit an den Rande des Ruins gedrängt. Mit den Auktionserlösen sollen die Steuerschulden beglichen werden. Der Wert von Yugansk wird auf deutlich mehr als 10 Milliarden Dollar geschätzt. Yukos-Aktien waren zuletzt unter Druck geraten, nachdem Spekulationen aufgekommen waren, der Staat könne einen Kontrollanteil an dem Kerngeschäft für lediglich vier Milliarden Dollar verkaufen, um so möglichst rasch an die geforderten Steuergelder zu kommen.

Der russische Markt sei zwar wichtig, hieß es bei RWE. Strategischer Fokus sei aber Mittel- und Osteuropa. „In Russland sehen wir nichts Konkretes“, sagte eine Konzern-Sprecherin in Essen. Ein Eon-Sprecher sagte, die Yukos-Offerte sei noch nicht offiziell. Deshalb gebe es seitens seines Hauses keinen Kommentar. Der Sprecher verwies aber darauf, dass Eon derzeit mit Gazprom die Details eines umfangreichen Kooperationsabkommens erarbeite. Dieses Abkommen umfasst auch die Exploration eines großen Erdgasfeldes in West-Sibirien.

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