Der Energiekonzern Eon will Europas größter Betreiber von Müllverbrennungsanlagen werden. "Wir wollen bei der Energieerzeugung aus Abfall führend sein - in Deutschland und in Europa", sagte der Chef der neuen Tochter Eon Energy from Waste, Carsten Stäblein, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Sein Unternehmen, das am Montag an den Start geht, plant die Expansion ins Ausland, will neue Anlagen bauen und zukaufen.
DÜSSELDORF "Bis 2015 wollen wir die Marke von einer Mrd. Umsatz überspringen - also den Umsatz etwa vervierfachen", sagte Stäblein. Eine konkrete Investitionssumme, um das Ziel zu erreichen, nannte er nicht.
Eon
Für den Energiekonzern mit seinem Umsatz von 69 Mrd. Euro ist Müllverbrennung zwar eine sehr kleine Aktivität. Bernhard Fischer, Vorstandsmitglied bei der für Deutschland zuständigen Führungsgesellschaft Eon Energie, bezeichnet sie aber als "Kerngeschäft". Und Eon
wertet die Sparte deutlich auf. Die bisherige Tochter BKB wird aufgespalten und die Sparte Müllverbrennung ab heute getrennt unter dem Namen Eon
Energy from Waste fortgeführt. Das zweite Standbein der BKB, der Betrieb von einigen Braunkohlekraftwerken, geht im Unternehmen Eon
Kraftwerke auf.
Eon
Bislang ist Eon
im Ausland kaum vertreten. Als Zielmärkte hat Stäblein jetzt die Niederlande, Luxemburg, Polen, die Türkei und Großbritannien im Visier. In den Niederlanden sieht das Unternehmen ein Defizit an Verbrennungskapazitäten von zwei Mill. Tonnen. In der Provinz Groningen baut Eon
bereits eine erste Anlage. Großes Potenzial sieht Stäblein in Polen, wo Müll bislang fast nur deponiert wird. Das Land hat sich verpflichtet, entsprechend den EU-Richtlinien mittelfristig keinen Müll mehr unbehandelt abzulagern. In allen Märkten strebt Eon
einen Anteil von 15 bis 25 Prozent an.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Eon
schlägt mit dem Engagement im Müllsektor eine andere Strategie ein als Konkurrent R

