Epo-basierte Medikamente
Roche verliert Patentstreit gegen Amgen

Der US-Pharma- und Biotech-Konzern Amgen hat sich in einem wichtigen Patentstreit um Anämiemedikamente gegen den Baseler Pharmariesen Roche durchgesetzt. Er verbessert damit seine Chancen, seine dominierende Stellung bei Epo-basierten Medikamenten in Nordamerika zu verteidigen.

shf BOSTON. In einem Verfahren in Bosten entschied eine Jury, dass Roche mit der Neuentwicklung Micera vier Patente von Amgen verletzt. Damit verfügt der US-Konzern weiterhin über eine starke juristische Position, um den Scheizer Konzern vom US-Markt fernzuhalten. Die Aktien des Biotechunternehmens legten daraufhin um mehr als zwei Prozent zu.

Epo-basierte Medikamente wie Epogen und Aranesp von Amgen werden vor allem gegen Blutarmut (etwa bei Dialysepatienten) eingesetzt, darüber hinaus aber auch häufig zum Doping missbraucht. Sie erzielten weltweit zuletzt rund 12 Mrd. Dollar Jahresumsatz, wovon mehr als die Hälfte von Amgen vereinnahmt wird. Ein wichtiger Anbieter ist ferner Johnson & Johnson als Lizenznehmer von Amgen.

Roche ist mit dem Epo-Wirkstoff Neorecormon bisher nur in Europa vertreten. Der Konzern hoffte jedoch, mit Micera, einer modifizierten Form von Epo, auch in den USA antreten zu können. Eine Zulassung durch die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA für Micera wird für die nächsten Monate erwartet. Doch dürfte Roche angesichts der Patentniederlage kaum eine Markteinführung wagen. Amgen könnte in diesem Fall auf Unterlassung klagen oder hohe Schadensersatzansprüche geltend machen. Die meisten Analysten hatten angesichts der rechtlichen Unsicherheiten bisher ohnehin keine US-Umsätze mit Micera einkalkuliert. In Europa ist das Mittel dagegen bereits zugelassen.

Epo-Medikamente hatten sich in den vergangenen Jahren als Goldgrube mit starken Wachstumraten für die Herstellerfirmen, insbesondere Amgen, erwiesen. In jüngerer Zeit geriet das Geschäft aber unter Druck, nachdem verschiedene Studien auf Sicherheitsrisiken bei zu hoher Dosierung deuteten. Zudem hat in Europa vor kurzem eine erste Nachahmer-Version (Generika) von Novartis eine Zulassung erhalten, wodurch sich der Wettbewerb zusätzlich verschärft. In den nächsten Monaten auch der Generikahersteller Stada mit einem Epo-Produkt auf den markt kommen.

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