"Er analysiert die Dinge sorgfältig"
Porträt: Gustav Humbert

Nach monatelangem Warten und vielen Spekulationen ist es nun amtlich: Gustav Humbert ist der neue Chef des europäischen Flugzeugbauers Airbus.

HB MÜNCHEN. Mit dem 55-jährigen Humbert steht zum ersten Mal ein Deutscher an der Spitze des in Toulouse ansässigen Flugzeugbauers, der vor zwei Jahren dem US-Konkurrenten Boeing die Vormachtstellung bei Verkehrsflugzeugen abnahm und sich anschickt, auch 2005 vor dem Erzrivalen zu liegen. Doch Humberts Vorgänger Noel Forgeard, der zusammen mit dem Chef der Verteidigungssparte, Thomas Enders, an die Spitze des Mutterkonzerns EADS rückt, hinterlässt dem neuen Airbus-Chef auch einige große Projekte, die es zu bewältigen gilt. So muss er das Mammutprojekt A380, der die Boeing 747 als größtes Passagierflugzeug der Welt ablöst, zu Ende bringen. Zwölf Milliarden Euro hat die Entwicklung des doppelstöckigen Flugzeugs gekostet. Wegen Problemen bei der Verkabelung und Ausstattung der Kabinen wird der Super-Airbus wahrscheinlich erst bis zu sechs Monate später ausgeliefert als gedacht. Auf Airbus könnten daher Entschädigungszahlungen zukommen.



Den Enthusiasmus von Humbert - bisher die Nummer zwei in der Hierarchie des Flugzeugbauers - kann dies jedoch nicht bremsen. „Das ist wirklich das beste Flugzeug, an dem wir je gearbeitet haben“, sagte er kürzlich in einem Interview mit Reuters auf der internationalen Luftfahrtschau im französischen Le Bourget, auf der vor 40 Jahren die Idee des europäischen Flugzeugbauers geboren wurde. Parallel zum A380 muss Humbert aber auch das neueste Airbus-Projekt, den Langstreckenjet A350, der dem 787 Dreamliner von Boeing Konkurrenz machen soll, an den Mann bringen und seine Finanzierung sichern. Überschattet werden die Erfolgsnachrichten von Airbus von dem Streit über Beihilfen für die Flugzeugbauer zwischen den USA und der Europäischen Union. Im Vergleich zum charismatischen Franzosen Forgeard, dem nach Meinung vieler Airbus seine jüngste Erfolgsstory zu verdanken hat, wirkt der Deutsche sehr ruhig und besonnen. „Das ist keiner von diesen Partygängern, der in der Zeitung stehen will“, heißt es in seinem Umfeld. „Er analysiert die Dinge sorgfältig, präsentiert seine Argumente ruhig und regt sich nie auf“, sagte ein früherer Kollege. „Er ist ein Manager, der die Fähigkeit besitzt, verschiedene Interessen miteinander zu verbinden und zu harmonisieren.“

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