Erbitterter Wettbewerb: ABB will Siemens übertreffen

Erbitterter Wettbewerb
ABB will Siemens übertreffen

Der Schweizer Technikkonzern ABB rüstet sich zum Wettrennen mit seinem europäischen Hauptkonkurrenten Siemens. Beide Konzerne liefern sich auf zwei Feldern einen erbitterten Wettbewerb: in der Energietechnik und im Automatisierungsgeschäft. In der Energietechnik haben die Schweizer bereits die Nase vorn.

ZÜRICH. Übernahmen könnten dem Schweizer Technikkonzern ABB in absehbarer Zeit in eine Spitzenposition bringen. „Akquisitionen in jeder Größenordnung sind vorstellbar“, sagte ABB-Konzernchef Fred Kindle am Donnerstag bei der Präsentation des Jahresergebnisses in Zürich.

Der Grund ist ein Gewinn, der sich auf 1,4 Mrd. Dollar knapp verdoppelt hat, sowie ein Bargeldbestand von 1,5 Mrd. Dollar, der Ende 2006 in der Kasse lag. Der Umsatz stieg um elf Prozent auf 24,4 Mrd. Dollar. ABB führt das Wachstum auf die hohe Nachfrage nach Technik zur Erhöhung der Zuverlässigkeit von Stromnetzen und der Energieeffizienz zurück.

Analysten hatten aber insbesondere beim Gewinn noch mehr erwartet. Weil sie enttäuscht wurden, sank die Aktie des Konzerns am Donnerstag an der Börse in Zürich trotz der Ankündigung, die Dividende zu verdoppeln, zeitweise um mehr als drei Prozent.

Der Gewinn litt allerdings auch unter einem einmaligen Effekt: ABB steht nach eigener Auskunft kurz davor, den Bereich Gebäudetechnik in Deutschland zu verkaufen. Bankenkreise sehen Indizien, wonach ein Finanzinvestor Kaufinteresse zeigt. Die Schweizer haben deswegen bereits 50 Mill. Dollar unter anderem für Pensionsverpflichtungen für Mitarbeiter der Gebäudetechnik im vierten Quartal als Verlust verbucht.

Dies und die Einschätzung der Analysten kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ABB im Vergleich zu Siemens Boden gut gemacht hat. Beide Konzerne liefern sich vor allem auf zwei Feldern einen erbitterten Wettbewerb: in der Energietechnik und im Automatisierungsgeschäft. Zumindest in der Energietechnik liegen die Schweizer gegenüber dem deutlich kleineren Siemens-Bereich Power, Transmission and Distribution (PTD) vorn. Mit einer Ebit-Marge von mehr als zehn Prozent im vierten Quartal schlagen sie die Deutschen, die hier in ihrem zeitlich vergleichbaren ersten Quartal nur auf 7,5 Prozent gekommen sind.

Im annähernd gleichgroßen Automatisierungsgeschäft liegt Siemens noch in Führung – mit einer Ebit-Marge von 13,3 Prozent. Bei ABB drückt hier die Roboter-Sparte auf die Marge, so dass unterm Strich nur wenig mehr als zehn Prozent herauskommen. Konzernchef Kindle hat bei diesem Sorgenkind, das unter japanischer Konkurrenz und schwacher Nachfrage der US-Automobilindustrie leidet, eine Sanierung eingeleitet. Ergebnisse sollten in diesem Jahr sichtbar werden.

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