Erbitux

Merck liefert keine Krebsmedikamente an griechische Kliniken

Krankenhäuser in Griechenland müssen sich nach einem anderen Krebsmedikament umschauen. Merck liefert sein Präparat Erbitux nur noch an griechische Apotheken, aber nicht mehr an Kliniken.
13 Kommentare
Merck liefert Erbitux nur noch an griechische Apotheken. Quelle: Reuters

Merck liefert Erbitux nur noch an griechische Apotheken.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck liefert das Krebsmedikament Erbitux nicht mehr an griechische Krankenhäuser. Das Mittel sei in Griechenland aber weiterhin erhältlich, Patienten könnten es über Apotheken beziehen, sagte ein Merck-Sprecher am Samstag. Finanzchef Matthias Zachert sagte der "Börsen-Zeitung", in Griechenland sei der Konzern mit zu vielen Schwierigkeiten konfrontiert gewesen, es sei jedoch nur ein einziges Produkt betroffen. Erbitux ist gemessen am Umsatz das zweitwichtigste Medikament von Merck.

Merck war im Frühjahr wie andere deutsche Pharmakonzerne vom griechischen Schuldenschnitt betroffen. Die Regierung in Athen beglich unbezahlte Rechnungen staatlicher Krankenhäuser durch die Ausgabe von Anleihen. Diese werden erst in einigen Jahren fällig - viele Unternehmen haben die erhaltenen Bonds daher mit hohen Abschlägen verkauft. Bereits im Juni hatte der auf Blutplasmaprodukte spezialisierte Pharmakonzern Biotest entschieden, wegen unbezahlter Rechnungen in Millionenhöhe seine Lieferungen nach Griechenland einzustellen. Andere deutsche Pharmakonzerne - darunter auch Merck - erklärten damals, Griechenland trotz der Zahlungsprobleme des staatlichen Gesundheitssystems weiter mit Arzneimitteln zu versorgen.

In anderen von der Schuldenkrise betroffenen Ländern sei die Lage entspannter, nur in Griechenland habe Merck Lieferungen eingeschränkt, sagte Merck-Finanzchef Zachert. "So hat zum Beispiel die spanische Regierung Maßnahmen ergriffen, um die Verbindlichkeiten gegenüber der pharmazeutischen Industrie abzubauen."

Angesichts der rekordniedrigen Zinsen will Merck den Geldbestand nicht weiter erhöhen sondern die Verschuldung weiter reduzieren und, wo es angebracht sei, kräftig ins Geschäft zu investieren. "Merck ist in einer Entschuldungsphase", sagte Zachert. Nach der milliardenschwere Übernahme des Laborausrüsters Millipore lastete auf dem Konzern ein Schuldenberg von über fünf Milliarden Euro - Ende Juni war er auf unter drei Milliarden Euro geschrumpft. Die 2012 und 2013 fällig werdenden Anleihen werde Merck zurückzahlen, sagte Zachert.

 
  • rtr
Startseite

13 Kommentare zu "Erbitux: Merck liefert keine Krebsmedikamente an griechische Kliniken"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es geht hierbei nicht um Krankheiten. Es geht um wesentlich mehr. Informieren Sie sich über den Plan B für Griechenland bei der Wissensmanufaktur.

  • @GhostofDorian: endlich mal ein sachlicher Kommentar zur Sache.
    Habe es heute morgen schon mal in einer ausländischen Zeitung gelesen, wobei es so hingestellt wurde, dass Merck Darmkrebspatienten in Griechenland jegliche Hilfe auf medizinische Hilfe verweigert....und scheinbar gibt es ja auch Leute in D, die genau dieses fordern anstatt auf das finanzielle Missmanagement in Gr hinzuweisen.....schade.

  • Anonym = peinlich? Nein, ich möchte dieses Schutz und nicht von Islamgläubige getötet werden, nur weil ich den Islam hart kritisiere!

  • Echte kranke Griechen werden durch unsere Politiker nicht unterstützt. Dafür unterstützen unsere Politiker jeden lügnerische, betrügerischen Politiker unbegrenzt. Dies ist echte Menschlichkeit, wie Deutschland sie in der Welt vertritt. Haben wir solche Politiker verdient?

  • Gerade die Kommentatoren, die hier keinerlei Mitgefühl mit den Griechen zeigen, wären auch jene, die in einem System von Korruption und Klientelwirtschaft rücksichtslos ihren eigenen Vorteil durchsetzen würden.

    Wenn diese Herrschaften mit dem Finger auf Griechenland zeigen, weisen vier Finger auf sie selbst.

    Auch ich halte den Schritt von Merck für unvermeidlich. Denn in Griechenland sind es die Pendants zu den Kommentatoren hier, die ohne Mitgefühl auf ihre unterprivilegierten Mitbürger an unfinanzierbaren Privilegien festhalten. Daher bezahlt der Staat nach wie vor überzogene Löhne für nutzlose Staatsangestellte, statt sein Geld für die nötigen Dinge wie Medikamente für die breite Bevölkerung auszugeben.

    Gelder an einen korrupten Staat helfen keinem. Wenn wir eine humantitäre Katastrophe verhindern wollen, müssen wir gezielt den Opfern des Systems helfen. Das wäre erstens deutlich billiger. Zweitens würde es das marode System endlich zum Einsturz bringen.

  • Roland
    Griechenland hat im EURO keine Chance und sollte raus.
    Dann ein Schuldenschnitt und Neuanfang.

  • @ felice

    Anonymer Mund tut Wahrheit kund.

    Wenn Ihnen das Wohl der Griechen derart am Herzen liegt, fahren sie doch runter und spielen barmherzige Schwester oder zahlen Merck deren offene Rechnungen.

    Noch ein Tipp: Spenden Sie doch die Hälfte Ihres Gehaltes an all die armen Bürger in der weiten Welt.

    Tun Sie uns den gefallen und reisen ganz weit weg.
    Dann müssen Sie sich nicht mehr schämen, in diesem Land leben zu müssen.

  • Richtig so. So spüren es die Griechen am eigenen Leib, wohin die Schuldenpolitik führt. Die Frage ist, ob die die Zusammenhänge noch kapieren. Die antideutschen Demonstrationen mit Merkel als "Hitlerine" dargestellt stimmen eher negative. Viele Griechen scheinen nicht kapiert zu haben, dass nicht Merkel und nicht die Deutschen schuld sind an der Misere Griechenlands.

    Ein Alkoholiker beschuldigt anfangs auch seine Umgebung und beschimpft die Familienmitglieder. Die Familienmitglieder, die ihm immer noch finanziell unterstützen, ihn nicht rauswerfen und ihm sogar noch den Schnaps besorgen, ernten nur Undank. Diesen Zustand nennt man Co-Abhängigkeit. Ich finde, Deutschland sollte sich aus der Co-Abhängigkeit lösen.

  • krass ganz schöne [...], die hier kommentieren.... gut dass man im netz anonym bleiben kann... peinlich für deutschland... Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%