Industrie

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Erdgassparte von MOL: Eon macht Übernahme in Ungarn perfekt

Der komplette Kauf der Gashandels- und Speichersparte des ungarischen Mineralölkonzerns MOL durch Eon Ruhrgas ist perfekt. Eine diesbezügliche Vereinbarung wurde am Donnerstag unterschrieben, gab MOL am Freitag in Budapest bekannt. Die EU-Kommission hatte von MOL eine vollständige Trennung von den beiden Sparten gefordert.

HB FRANKFURT. Die Ungarn hatten nach Eon-Angaben ursprünglich an dem Geschäft 25 Prozent behalten wollen, jedoch mit dem Düsseldorfer Konzern eine nun wirksame Verkaufsoption vereinbart, teilte Eon am Freitag mit. Neben den beiden Sparten will Eon über die Tochter Eon Ruhrgas International auch 50 Prozent der Gasimportgesellschaft Panrusgaz übernehmen, womit sich die Kosten für die gesamte Transaktion auf gut eine Milliarde Euro belaufen. Eon erhofft sich durch die Zukäufe eine bessere Ausgangsposition für die Erschließung der liberalisierten Energiemärkte in Mittel- und Osteuropa.

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Die EU-Kommission hatte im Dezember die Übernahme unter der Auflage genehmigt, dass MOL das Gashandels- und Speichergeschäft vollständig abgibt. „Die EU-Kommission wollte eine saubere Trennung und keine gemeinschaftliche Führung der Geschäfte“, sagte ein Eon-Sprecher. Eon habe bereits ursprünglich statt der zunächst vereinbarten 75 Prozent den gesamten Anteil übernehmen wollen, sagte der Sprecher. Vom Tisch sei wegen der wettbewerbsrechtlichen Einwände der EU-Kommission eine Mehrheitsbeteiligung am Gas-Transportgeschäft von MOL.

Der Kaufpreis für alle angestrebten Anteile beträgt nach Angaben des Dax-Konzerns rund 450 Mill. Euro. Zudem übernehme Eon Finanzschulden von rund 600 Mill. Euro. Der Erwerb des Gashandels- und Speichergeschäfts müsse noch von den ungarischen Energiebehörden genehmigt werden. Eon gehe davon aus, dass die Gesamtsumme von 1,05 Mrd. Euro Ende März wirksam werde.

Es sei aber vereinbart worden, bis Ende 2009 den Kaufpreis mit Blick auf die Rahmenbedingungen des Gasgeschäfts zu überprüfen, teilte der größte deutsche Energiekonzern mit. Sollte die ungarische Regulierungsbehörde etwa untersagen, höhere Beschaffungskosten in vollem Umfang an die Kunden weiterzugeben, werde Eon wegen des geringeren Wertes Ausgleichszahlungen erhalten, sagte ein Eon-Sprecher. Sollte der Wert der Gassparte von MOL bis Ende 2009 steigen, müssten hingegen die Düsseldorfer drauflegen. Berechnungen zufolge könne der Preis bis zur abschließenden Berechnung in drei Jahren um bis zu 150 Mill. Euro sinken oder bis zu 300 Mill. Euro steigen.

MOL will sich ganz auf das Ölgeschäft konzentrieren und sich daher von der Gassparte trennen. Dort ist der Konzern nur im so genannten Midstream-Geschäft aktiv, also in Handel, Speicherung und Transport, nicht aber in der Gasförderung und im Vertrieb. Eon hält in Ungarn auch Minderheitsbeteiligungen zwischen 16 und 49 Prozent an drei regionalen Gasversorgern.

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