Erfolg in China
Volkswagen kommt nicht zur Ruhe

Volkswagen hat in China den Umschwung geschafft und macht wieder Gewinne. Das verkündete Markenchef Wolfgang Bernhard auf der Automesse Auto China in Peking. Trotz aller Personaldiskussionen ist Bernhard dort zusammen mit dem designierten VW-Chef Martin Winterkorn aufgetreten. Aus Belgien kommen unterdessen Meldungen über Unruhe im Brüsseler Werk.

HB PEKING/BRÜSSEL. Bernhard präsentierte neue VW-Modelle für China, Winterkorn sprach auf dem benachbarten Audi-Stand. Die beiden Automanager seien gemeinsam nach Peking geflogen, hieß es bei VW. Im Zusammenhang mit der Ablösung von VW-Chef Bernd Pischetsrieder und der Ernennung von Winterkorn war in den vergangenen Tagen spekuliert worden, dass Bernhard in Wolfsburg das Handtuch werfen könnte. Winterkorn sagte auf der Automesse zu dem Thema lediglich: „Kein Kommentar.“ Auch Bernhard wollte sich nicht äußern. Auf der Aufsichtsratssitzung am Freitag, bei der die Ernennung Winterkorns zum VW-Chef zum 1. Januar 2007 offiziell beschlossen wurde, habe die Personalie Bernhard keine Rolle gespielt, hatte es geheißen.

Der Absatz sei seit Jahresanfang um 28 Prozent angestiegen, sagte Bernhard: „Wir waren in der Lage, den Abwärtstrend zu stoppen, und haben sogar eine Kehrtwende gemacht.“ China sei einer der wichtigsten Märkte für Volkswagen. Nirgendwo änderten sich die Bedingungen so schnell. Die Anforderungen der Kunden nähmen zu. „Wir haben aus unseren Fehlern gelernt.“

Der Pkw-Marktführer in China habe sein geplantes Verkaufsziel von 600 000 Autos für das ganze Jahr bereits in diesem Monat erreicht, berichtete China-Chef Winfried Vahland. Nachdem im Vorjahr in China ein Verlust von 17 Millionen Euro hingenommen worden war, rechnet Vahland jetzt wieder mit einem operativen Gewinn von 75 Millionen Euro. China sei nach Deutschland der zweitwichtigste Markt für Volkswagen. Der Marktanteil habe sich bei 17 Prozent stabilisiert.

Auf der Auto China präsentierte das Gemeinschaftsunternehmen von Volkswagen in Schanghai in einer Weltpremiere das erste in China entwickelte Konzeptauto Neeza, eine moderne Mischung aus Coupé und Kombi. Der andere Joint Venture-Partner in Changchun stellte ein Magotan genanntes chinesische Passat-Modell vor. Die Messe, die zu den fünf größten der Welt gehört, nutzte Skoda für seinen Markteintritt in China und stellte den Octavia vor, der künftig im Volkswagen-Joint-Venture in Schanghai gebaut wird.

Gute Ergebnisse meldete auch VW-Tochter Audi, deren Absatz in China in den ersten zehn Monaten um 60 Prozent zulegte. 65 950 Audis wurden verkauft. Konkurrent BMW meldete eine Zuwachs in dem gleichen Zeitraum von 53 Prozent auf 28 000 in China verkaufte Autos. In der Region China, Hongkong, Taiwan und Macao legte BMW um 37 Prozent zu. Vorstandsmitglied Michael Ganal zeigte sich zuversichtlich, dass BMW den Trend mit neuen Modellen fortsetzen könne.

Arbeitsniederlegung in Belgien

Aus Unruhe über ihre Zukunft haben Beschäftigte des Brüsseler VW-Werks in der Nacht zum Samstag spontan die Arbeit niedergelegt. Es seien aber dennoch Autos produziert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Gegen Mitternacht blockierten Arbeiter zeitweilig eine Straße, die an dem Werk im Stadtteil Forest vorbeiführt. Zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen. Arbeitnehmervertreter beklagten im belgischen Rundfunk, nach der Aufsichtsratssitzung am Freitag in Wolfsburg seien keine Informationen über das Brüsseler Werk mitgeteilt worden. Für Dienstag ist eine Betriebsversammlung angesetzt.

In dem Werk sind 5 400 Mitarbeiter beschäftigt, die den VW-Golf bauen. Seit längerem gibt es in Belgien die Befürchtung massiver Sparmaßnahmen. Premierminister Guy Verhofstadt lud laut Belga die neue Führung von VW zu einem Gespräch ein. Der Autobau habe in seinem Land noch eine Zukunft, sagte der Regierungschef.

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