Erfolg nach Zitterpartie
Continental gelingt Phoenix-Übernahme

Die Übernahme des Hamburger Autozulieferers Phoenix durch den Konkurrenten Continental ist geglückt, die geforderte Dreiviertelmehrheit wurde erreicht.

HB HANNOVER. Damit habe Continental die zur Bedingung gemachte qualifizierte Mehrheit, um bei der Phoenix AG die angestrebten Umgestaltungen vornehmen zu können, teilte das hannoversche Reifenunternehmen am Dienstag mit. Conti will Phoenix mit seiner Tochter ContiTech verschmelzen und erwartet dadurch Synergien von jährlich mindestens 30 Mill. €. Der Erfolg der Übernahme hänge jetzt nur noch vom Ausgang des kartellrechtlichen Verfahrens der EU-Kommission ab, teilte Conti mit. Mit einer Entscheidung der Brüsseler Behörde wurde noch am gleichen Tag gerechnet.

Conti-Chef Werner Wennemer reagierte erleichtert auf das Erreichen der geforderten Mehrheit. „Wir freuen uns sehr, dass unser faires Angebot angenommen worden ist und sind sehr zuversichtlich, dass es auch beim kartellrechtlichen Verfahren keine grundsätzlichen Probleme geben wird“, sagte Wennemer.

Continental hatte den Phoenix-Aktionären 15 € je Anteilschein angeboten und dabei gleichzeitig das Erreichen der 75-Prozent-Schwelle zur Voraussetzung für das Zustandekommen der Übernahme gemacht. Bis zuletzt hatte die Offerte auf der Kippe gestanden, weil auch kurz nach Ablauf der Annahmefrist Montagmitternacht noch unklar war, ob die erforderliche Mehrheit erreicht wurde. Den Kaufpreis hatte Continental mit knapp 230 Mill. € beziffert.

Die Aktie der im Kleinwerteindex SDax geführten Phoenix reagierten auf das Zustandekommen der Mehrheit mit einem Kurssprung und notierten am Nachmittag bei 16,51 € über neun Prozent im Plus. Der im Deutschen Aktienindex (Dax) gelistete Conti-Titel lag mit plus 0,1 % bei 39,82 € im Rahmen der etwas festeren Tendenz des Gesamtmarktes.

Phoenix stellt Schall- und Schwingungsisolationssysteme sowie Federsysteme für Autos, Lkw und Schienenfahrzeuge her und erzielte damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,1 Mrd. €. Mit dem Erwerb will die mit 11,5 Mrd. € Umsatz sehr viel größere Conti ihre Tochter ContiTech zu einem der weltweit führenden Anbieter von Kautschuk- und Kunststofftechnologie in der Zulieferbranche machen.

Continental-Chef Manfred Wennemer hatte in einem Reuters-Interview auch einen späteren Börsengang des von ihm selbst geführten Konzernbereichs als Möglichkeit bezeichnet. Zunächst müsse allerdings die Integration von Phoenix gelingen, sagte Wennemer.

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