Erfolgreiche Notfallübung
ICE 3 besteht Eurotunnel-Test

Etappensieg für die Deutsche Bahn: Der Hochgeschwindigkeitszug ICE 3 hat einen Notfalltest im Tunnel unter dem Ärmelkanal bestanden. Damit rückt eine mögliche DB-Direktverbindung nach Großbritannien ein Stück näher – sehr zum Ärger der französischen Regierung und des Siemens-Konkurrenten Alstom.
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HB PARIS. Die Deutsche Bahn hat einen wichtigen Etappensieg auf dem Weg zu einer regelmäßigen ICE-Verbindung nach Großbritannien errungen. In der Nacht zum Sonntag wurde ein Hochgeschwindigkeitszug der Baureihe ICE 3 im Tunnel unter dem Ärmelkanal erfolgreich evakuiert.

Die Evakuierungsübung mit Freiwilligen aus Großbritannien und Deutschland begann um 0.30 Uhr. Nach Einfahrt in den Tunnel wurden die Freiwilligen an Bord mit einem Notfallsignal konfrontiert. Dann hieß es aussteigen – so schnell wie möglich und ohne in Panik zu geraten. Um 4.00 Uhr kehrte der ICE nach Coquelles in Frankreich zurück.

„Die Tests mit den Halbzügen von 200 Metern Länge sind sehr gut verlaufen“, erklärte eine Eurotunnel-Sprecherin am Sonntag im Gespräch mit dem dem Handelsblatt. „In beiden Fällen gelang die Evakuierung der Züge sehr schnell, die Übung wurde von zahlreichen Beobachtern verfolgt, unter anderem von der Regierungssicherheits-Kommission und Eurostar.“ Eurotunnel wolle in den nächsten Tagen seinen offiziellen Bericht der Regierungs-Kommission zustellen.

Der Test war notwendig, damit künftig auch die von Siemens gebauten ICE 3 durch den Tunnel zwischen Frankreich und Großbritannien rollen können. Bislang fahren nur TGV-Züge des französischen Konkurrenten Alstom durch den Tunnel. Laut der Eurotunnelsprecherin spräche nichts dagegen, die Sicherheitsregeln zu ändern, so dass die Siemenszüge den Tunnel passieren können.

Eurostar, das als bislang als einziges Unternehmen die Zugverbindung zwischen dem europäischen Festland und Großbritannien betreibt, hatte am Donnerstag vergangener Woche angekündigt, einen Auftrag für neue Züge im Wert von rund 600 Mio. Euro an Siemens vergeben zu wollen. Für die französische Regierung und den Alstom-Konzern ein Schlag ins Gesicht. Sie wollen mit aller Macht verhindern, dass künftig auch Züge von Siemens durch den Ärmelkanaltunnel dürfen.

Die Technik aus München entspreche nicht den für den Tunnel geltenden Sicherheitsbestimmungen, wird argumentiert. „Null und nichtig“, sei der angekündigte Großauftrag von Eurostar an Siemens, zeterte zudem Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau in dieser Woche.

Die Gesellschaft Eurotunnel, die bis ins Jahr 2086 die Betreiberrechte für die Röhren unter dem Ärmelkanal hat, sieht die Situation etwas anders. Ohne es auszusprechen werden der französischen Regierung Protektionismus und industriepolitische Interessen vorgeworfen. Die Sicherheitsbestimmungen stammten aus einer Zeit, in der es Züge wie die von Siemens gar nicht gegeben habe, argumentiert Eurotunnel-Chef Jacques Gounon.

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  • Nazi-Deutschland stellt seinen iCE gegen den erfolgreichen TGV der "Grande Nation".

  • When western Europeans helped and taught Mainland Chinese to build high speed train in Mainland China twenty years ago, they could not see in less than ten years Mainland Chinese will be building high speed trains in western Europe and destroying their environment, providing income and jobs to tens of thousands of Mainland Chinese persons to stay and live in their societies forever. At that time, they thought the Mainland China business was a success and they were very grateful for the Mainland Chinese. They invited Mainland Chinese to come to their country and organisation. Now, there is no way they can ask them to leave.

  • Na endlich. Wäre nur schön wenn dann auch der Zug einen wettberwerbsfähigen Preis zum Flieger hätte

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