Erfolgsmonat August
Autoabsatz in den USA legt kräftig zu

Während sich die Deutschen angesichts der Schuldenkrise beim Kauf eines Neuwagens zurückhalten, schlagen die Käufer in den USA unbeirrt zu. Der August war ein sehr guter Monat für die Branche - bis auf BMW.
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New YorkDie Vereinigten Staaten bleiben ein Paradies für Autobauer. Trotz einer weiterhin vergleichsweise hohen Arbeitslosigkeit, weltwirtschaftlicher Unsicherheiten und der Schuldenkrise beim wichtigen Handelspartner Europa leisten sich die US-Amerikaner neue Wagen. Im August stiegen die Verkäufe gegenüber dem Vorjahresmonat um 20 Prozent auf 1,3 Millionen Stück, wie die Marktforschungsfirma Autodata aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen der Hersteller errechnete.

Marktführer General Motors legte um 10 Prozent zu, Ford schaffte ein Plus von 13 Prozent, bei Chrysler waren es 14 Prozent. Der japanische Branchenriese Toyota erreichte sogar ein Plus von 46 Prozent - hier machte sich die Erholung nach dem schweren Erdbeben und Tsunami im Vorjahr bemerkbar. Volkswagen legte sogar um beinahe 63 Prozent zu. Hauptgrund war die zwischenzeitliche Einführung des US-Passat, der unter den Amerikanern schnell Fans gefunden hat.

Hintergrund der florierenden US-Verkäufe ist unter anderem das Alter vieler Wagen. Da sich die Amerikaner in der Finanz- und Wirtschaftskrise mit Neuanschaffungen zurückgehalten hatten, müssen sie sich nun langsam von ihren alten Schätzchen trennen. Zudem zieht der lange brachliegende Immobilienmarkt in den USA wieder an. Handwerker können sich deshalb einen neuen Pick-up-Truck leisten.

Mit mehr als 41 000 Autos setzte die Marke Volkswagen so viele Fahrzeuge in den USA ab wie seit knapp 40 Jahren nicht mehr in einem August. Die Neuwagen-Verkäufe in den Vereinigten Staaten seien allgemein „unglaublich stabil“, stellte Chryslers US-Verkaufschef Reid Bigland fest. Dagegen waren die Neuzulassungen in Deutschland um 5 Prozent gesunken, wie aus den ebenfalls am Dienstag vorgelegten Daten des Kraftfahrtbundesamtes hervorging.

Allerdings gab es auch in den USA Verlierer. Zu denen gehörte BMW. Die Verkäufe der Bayern bei ihrer Kernmarke gingen um 19 Prozent zurück. Landeschef Ludwig Willisch erklärte dies mit Lieferengpässen und kommenden neuen Modellen. Nur dank florierender Verkäufe der Kleinwagen-Tochter Mini lag der Rückgang am Ende nur bei 6 Prozent. Dagegen legten die Rivalen Mercedes-Benz (mit Smart und den Sprinter-Transportern) sowie Audi um jeweils 13 Prozent zu.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ihre Jubelberichterstattung über den amerikanischen Automarkt übersieht, dass sich hier genau das abspielt was in den Jahren vor 2007/08 auf dem Häusermarkt in den USA passierte und unter dem Namen Subprime-Krise bekannt wurde. Die angeschlagene Wirtschaft der USA in der die gut verdienenden Konzerne Berge von Geld horten und nicht investieren, weil die Unsicherheit im Markt so groß ist. Anderseits stehen die USA vor riesigen Herausforderungen mit dem möglichen Regierungswechsel, dem Auslaufen der terminierten Steuererleichterungen unter G. W. Bush am Ende des Jahres und einem drohenden Beistandskrieg mit dem Iran nach der Wahl. Gleichzeitig sind die Häuserpreise am Boden und die Geldmenge ist so groß, dass kaum Profite eingefahren werden können. Es brodelt unterschwellig. Wenn die Tea-Party Fraktion im Kongress bei einer Wiederwahl Obamas weiter blockiert könnte der Unmut der Benachteiligten auf der Straße ausgetragen werden. Bei den Waffengesetzen in den USA keine Sache für die leichte Schulter. Zwei der drei großen US Hersteller verlieren Marktanteil. GM aus eigenem Unvermögen und Ford weil sein wichtigstes Modell, ein SUV, schon zum zweiten Mal einen Rückruf erlebt wo Besitzer aufgefordert werden, nicht mehr mit dem Wagen zu fahren. Die Hälfte von GM gehört immer noch dem Staat, der für 42 $ Aktien in der Krise übernommen hat. Der heutige Aktienkurs liegt unter der Hälfte dieses Wertes und wird so schnell nicht hoch kommen. Wir können also darauf warten, wenn Menschen die sich eigentlich kein Auto mehr leisten können aber dennoch eines brauchen und die Killerangebote der Autofinanzierung annehmen, in zwei Jahren zu einer Entwertung des Gebrauchtwagenmarktes führen, weil Raten nicht mehr geleistet werden können. God bless America.

  • @Demokratin:

    Es ist schon erstaunlich, dass Sie Ihrem Vorredner vorwerfen, er würde alles glauben, was die Medien ihm vorlegen um dann mit einem abstrusen Abklatsch von Verschwörungstheorien aus einem Buch anzukommen. Dieses Buch hat im Gegensatz zu "den Medien" (zu denen Bücher offenbar nicht gehören) wohl keinen Auftrag, keine Hintergedanken und verkaufen soll es sich auch nicht.

    Interessanterweise fordern Sie Ihre naiven Mitmenschen aber zum selbstständigen Nachdenken auf. Vielleicht fällt Ihnen trotz des Befindens in einer Matrix in diesem Gedankenkonstrukt ein Fehler auf. Ganz abgesehen davon, dass Sie mit keinem einzigen Wort auch nur einen Teil der Argumentation Ihres Vorredners aufgreifen.

  • Wie viel Autos haben die Händler in den USA denn auf sich angemeldet ?

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