Ergebnis bis April gesteigert - Dividende in Aussicht gestellt
Pfleiderer-Beschäftigte müssen länger arbeiten

Der Möbel- und Bahntechnikzulieferer Pfleiderer hat seinen Beschäftigten die Zustimmung zur 38-Stunden-Woche abgerungen und gibt im Gegenzug eine Bestandsgarantie für seine deutschen Werke. Sein Ergebnis hat der Konzern im bisherigen Jahresverlauf deutlich gesteigert und nach drei dividendenlosen Jahren wieder eine Dividende in Aussicht gestellt.

HB MÜNCHEN. Ziel sei es, schon für das Geschäftsjahr 2005 wieder eine Gewinnausschüttung in Betracht zu ziehen, sagte Firmenchef Hans Overdiek am Dienstag auf der Hauptversammlung in München. „Es ist Ihr legitimer Anspruch, von Ihrem Unternehmen eine Dividende zu erwarten“, ergänzte er an die Aktionäre gerichtet laut Redetext. Von Januar bis April steigerte der Hersteller von Spanplatten für die Möbelindustrie und von Bahnschwellen seinen Vorsteuergewinn um 23 % auf 11,6 Mill. €. Mit der IG Metall einigte sich Pfleiderer zur weiteren Kostensenkung auf längere Arbeitszeiten und zwei Nullrunden bei den Löhnen.

An der Prognose für 2005, wonach der Umsatz deutlich über 900 Mill. € und der Vorsteuergewinn klar über 40 Mill. € liegen soll, hielt Overdiek fest. 2004 hatte Pfleiderer 901 Mill. € umgesetzt und vor Steuern aus dem fortzuführenden Geschäft 31,6 Mill. € verdient.

Nach dem Preisverfall auf dem Markt für Holzwerkstoffe in Deutschland in den vergangenen Jahren hat sich das Preisniveau durch den Abbau von Kapazitäten - auch Pfleiderer schloss ein gesamtes Werk - nach Overdieks Worten inzwischen erholt. „Aktuell deutet alles darauf hin, dass diese Erholung nachhaltig ist, denn sie hält auch in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres an“, sagte er. Während in Mitteleuropa der Markt im Grunde stagniere, werde der Schwerpunkt des Wachstums für Pfleiderer aber in Osteuropa und Russland liegen.

Zur Kostensenkung im Inland verständigte sich Pfleiderer mit der IG Metall auf eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 38 Stunden ohne Lohnausgleich. Zudem gebe es für 2006 und 2007 keine Lohnerhöhung. Im Gegenzug gab Pfleiderer eine Standortgarantie ab. „Die Senkung der Personalkosten verbessert die Kostensituation deutlich und sichert Arbeitsplätze in Deutschland“, erklärte das Unternehmen.

Bei den Gesprächen mit dem Laminatboden-Hersteller Kunz ist nach Overdieks Worten nach wie vor noch keine Einigung erzielt, jedoch gebe es Übereinstimmung in wesentlichen Punkten. Mit der bis Ende Juli geplanten Übernahme würde Pfleiderer auf einen Umsatz von 1,4 Mrd. € wachsen. Zu der für Herbst angedachten Kapitalerhöhung sagte Overdiek, diese werde maximal die Ausgabe von zehn Mill. Aktien umfassen - das Kapital würde also um knapp ein Viertel erhöht.

An der Börse gab die im MDax gelistete Pfleiderer-Aktie bis zum Nachmittag um 2,6 % auf 14,80 € nach, was Händler mit Gewinnmitnahmen begründeten.

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