Industrie

_

Ergebnis gesteigert: Nachfrage in Nordamerika hilft Heidelberg-Cement

Den Umsatz hat der Baustoff-Konzern Heidelberg-Cement im vergangenen Quartal nur leicht gesteigert. Doch dem Dax-Konzern gelang ein deutlicher Sprung beim operativen Ergebnis – das Unternehmen hatte gespart.

Ein Blick ins Stammwerk von Heidelberg-Cement in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis). Quelle: dpa
Ein Blick ins Stammwerk von Heidelberg-Cement in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis). Quelle: dpa

StuttgartHeidelbergCement hat im dritten Quartal den operativen Gewinn deutlich aufgestockt und damit von seinem Sparkurs sowie Preiserhöhungen in absatzstarken Märkten wie Nordamerika profitiert. In den Monaten Juli bis September kletterte das operative Ergebnis unerwartet kräftig um 15,5 Prozent auf 649 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Vorteilhafte Währungseffekte trugen zu dem Ergebnissprung ebenso bei und beflügelten auch den Umsatz, der im zurückliegenden Vierteljahr trotz des stagnierenden Absatzes von Zement und Transportbeton um 8,9 Prozent auf 3,944 Milliarden Euro stieg. Ohne Berücksichtigung von Währungs- und Konsolidierungseffekten habe der Umsatz nur um 1,7 Prozent zugelegt, teilte der deutsche Branchenführer mit.

Anzeige

Die vom Management seit langem geplanten Preiserhöhungen entfalteten ihre Wirkung und verhalfen HeidelbergCement zu einem leichten Anstieg der Gewinnmarge im Kerngeschäft Zement auf 24,4 Prozent. Zudem jagt ein Sparprogramm das nächste, mit denen Vorstandschef Bernd Scheifele den steigenden Kosten bei Personal und Energie begegnet. Für das laufende Jahr hatte der Manager geplant, die Ausgaben um insgesamt 200 Millionen Euro zu drücken.

Stärken und Schwächen Wo HeidelbergCement noch Nachholbedarf hat

  • Stärken und Schwächen: Wo HeidelbergCement noch Nachholbedarf hat
  • Stärken und Schwächen: Wo HeidelbergCement noch Nachholbedarf hat
  • Stärken und Schwächen: Wo HeidelbergCement noch Nachholbedarf hat
  • Stärken und Schwächen: Wo HeidelbergCement noch Nachholbedarf hat

Nach neun Monaten haben die Bündelung des Einkaufs, ein schnellerer Umschlag der Barmittel sowie Stellenabbau in Nordamerika und Europa bereits Einsparungen von 241 Millionen Euro erbracht. Beim Konzernüberschuss kam der Zuwachs des operativen Ergebnisses indes nicht an: Denn in Nordamerika wurden kleinere Geschäftseinheiten für rund 57 Millionen Euro - mit Verlust - veräußert, die Steuerlast fiel höher als 2011 aus. Nach Anteilen Dritter sank der Überschuss um 3,3 Prozent auf 258,9 Millionen Euro, womit HeidelbergCement die Erwartungen der Analysten verfehlte.

Heidelberg-Cement und andere Baustoffkonzerne

Vorstandschef Scheifele bekräftigte trotz "großer politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten" die Geschäftsprognose für 2012. "Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um die positive Entwicklung fortzusetzen", sagte er. Umsatz und operatives Ergebnis sollen demnach im laufenden Jahr steigen, nach neun Monaten liegt der Konzern sowohl bei den Erlösen als auch beim operativen Gewinn rund neun Prozent über Vorjahr. Scheifele bleibt jedoch angesichts der verhaltenen Wirtschaftsaussichten in Europa vorsichtig, da im Zuge der Staatsschuldenkrise die Absatzmengen im laufenden Jahr quer über den europäischen Kontinent sänken. Zudem versprach das Management, die im dritten Quartal binnen Jahresfrist um 740 Millionen Euro auf 7,76 Milliarden Euro gedrückte Nettoverschuldung weiter zu senken. Der Schuldenabbau habe "höchste Priorität".

Unverändert positive Absatzchancen rechnet sich der mit Cemex, Lafarge und Holcim konkurrierende Konzern in Nordamerika sowie den Schwellenländern Asiens und Afrikas aus. In Ghana, Indien und Liberia stockt das Unternehmen seine Produktionskapazitäten mit neuen Zementwerken um mehr als fünf Millionen Tonnen auf, was viel Geld kostet.

 

  • Die aktuellen Top-Themen
BrightRoll: Yahoo greift nach Video-Werbedienst

Yahoo greift nach Video-Werbedienst

Der Siegeszug von Mobilgeräten hat Yahoo fast ins Aus gedrängt. Doch der Internet-Dinosaurier hat genug Geld für strategische Übernahmen. So setzt Yahoo auf Video-Werbung - und will sich offenbar Brightroll schnappen.

Klaas Heufer-Umlauf im Interview: „Man kann nicht im stillen Kämmerlein verharren“

„Man kann nicht im stillen Kämmerlein verharren“

Mit seinem Kumpel Joko macht Klaas Heufer-Umlauf Fernsehen für die junge Generation. Im Interview spricht er über starre Medienfirmen, die neue TV-Nutzung, Konkurrenz durch Amazon und Feedback aus dem Internet.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläumsfestivitäten – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen  in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer