Ergebnisprognose angehoben Ergebnisprognose angehoben

Der vor einer weitreichenden Umstrukturierung stehende Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana hat seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr angehoben. Zugleich bekräftigte Vorstandschef Schweickart die Börsenpläne für die Chemiesparte. Die Bad Homburger wollen außerdem ihr Pharmageschäft bei einem Verkauf vor einer Zerschlagung schützen.
altana-Chef Nikolaus Schweickart. Foto: dpa

altana-Chef Nikolaus Schweickart. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Nach wochenlangen Spekulationen über die Zukunft der Kernsparte bestätigte Konzernchef Nikolaus Schweickart am Mittwoch erstmals öffentlich, dass das Pharmageschäft mit einem Jahresumsatz von mehr als zwei Mrd. € und derzeit rund 8770 Beschäftigten inzwischen zur Disposition steht. „Ich schließe keine Option aus, die die Fortführung und strategische Weiterentwicklung des Unternehmens zum Inhalt hat“, sagte der Vorstandsvorsitzende, der nach einer Steigerung des Vorsteuergewinns im dritten Quartal um zwölf Prozent auf 181 Mill. € die Jahresprognose des Konzerns leicht anhob.

In den kommenden Monaten will das Management nun mögliche Pharma-Partner ansprechen. Die Verhandlungen will Schweickart selbst leiten. Er versprach den Beschäftigten, dass es einen scheibchenweisen Verkauf oder eine Trennung mit dem bloßen Ziel der Profitmaximierung nicht geben werde. „Hingegen schließe ich eine Zerschlagung oder eine Zerlegung ebenso aus wie eine Auktion, um das Unternehmen an den Meistbietenden abzugeben“, erklärte er. Ziel sei die Öffnung der Sparte für einen Partner und die Fortführung in einem größeren Verbund. „Es geht nicht um einen Ausverkauf“, betonte Schweickart.

Die Aktionärsstruktur der Pharmasparte wird sich nach Einschätzung von Schweickart aber wohl ändern. „Denn ohne eine solche ist eine strategische Allianz schwer vorstellbar,“ sagte er. Altana ist zu 50,1 % in Besitz von Susanne Klatten, einer Erbin der Unternehmerfamilie Quandt, die auch bei BMW Großaktionär ist. Laut einem Zeitungsbericht soll sich Altana bereits an die schweizerische Novartis gewandt haben. Aus Branchenkreisen verlautete jüngst zudem, dass sich die Altana-Führung bereits fest zu einem Verkauf der Sparte entschlossen hat. Das Pharmageschäft hatte zuletzt bei wichtigen Atemwegsmedikamenten Rückschläge erlitten. Altana hängt noch wesentlich vom Erfolg des Magenmittels Pantoprazol ab, dessen Patentschutz zum Ende diese Jahrzehnts jedoch abläuft. Neue Medikamente werden nach Altana-Angaben die erwartete Umsatzdelle dann aber nicht schnell genug ausgleichen.

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