Ergebnisprognose für dieses Jahr bleibt unbeeinträchtigt
Vor dem Sparen kommt bei VW das Zahlen

Der Plan des VW-Konzernchefs Bernd Pischetsrieder, die Arbeitskosten in den westdeutschen Werken durch Stellenabbau zu reduzieren, kostet Europas größten Autohersteller erst einmal eine Stange Geld.

hof/asd WOLFSBURG/FRANKFURT. Experten schätzen, dass sich Kosten für Vorruhestandsregelungen und Abfindungen für etwa 10 000 VW-Mitarbeiter über zwei bis drei Jahre auf bis zu eine Dreiviertelmilliarde Euro summieren könnten. „Ein sehr teurer Weg“, kommentierte Hypovereinsbank-Analyst Albrecht Denninghoff. Ein VW-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu Zahlen und Kosten ab. Pischetsrieder hatte jedoch betont, dass die operativen Ergebnisziele davon nicht beeinträchtigt würden.

In der Branche gibt es Erfahrungswerte, was ein Arbeitsplatzabbau kostet: So hat der US-Autokonzern General Motors 2004 für den Abbau von 12 000 europäischen Arbeitsplätzen überwiegend bei Opel rund eine Milliarde Dollar – nach dem Durchschnittskurs des vergangenen Jahres etwa 800 Mill. Euro – veranschlagt. Bei VW dürften Abfindungszahlungen und Vorruhestandsregelungen aufgrund des höheren Lohnniveaus im Schnitt sogar noch teurer werden, sagen Experten: „Es wird auf jeden Fall einen signifikant hohen dreistelligen Millionenbetrag kosten“, ist sich WestLB-Autoexperte Lars Ziehn sicher. Sein Hypovereinsbank-Kollege Denninghoff rechnet mit bis zu 800 Mill. Euro – allerdings bei einem kurzen Amortisationszeitraum.

Nach seinen Berechnungen würde VW nämlich durch einen Abbau von 10 000 Stellen bis zu 650 Mill. Euro im Jahr einsparen. „Billiger und ehrlicher wäre es gewesen, eine Halle oder ein Werk zu schließen“, sagt der Experte. Ähnlich argumentiert Ferdinand Dudenhöffer, Geschäftsführer von B&D Forecast. Er schlägt die Schließung des VW-Werks Brüssel mit 5 700 Mitarbeitern vor, um den Kapazitätsüberhang bei VW abzutragen.

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