Ergebnisrückgang erwartet
Salzgitter setzt neue Bestmarken

Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher Salzgitter hat 2005 das beste Geschäftsergebnis seiner Geschichte erzielt. Beflügelt wurde der Konzern dabei vom Stahlboom und Pipelineprojekten. Für das laufende Geschäftsjahr wird allerdings mit einem Rückgang des Vorsteuergewinns um rund zwei Drittel gerechnet.

HB SALZGITTER. „Wir haben lange Zeit fast im Verborgenen gearbeitet und sind jetzt wie 'Phoenix aus der Asche' gekommen“, sagte Salzgitter-Vorstandschef Wolfgang Leese bei Vorstellung der Bilanz am Donnerstag in Salzgitter. Die Aktionäre können mit einer Ausschüttung von einem Euro je Aktie rechnen, die Hälfte davon ist jedoch eine Bonuszahlung. Im Vorjahr hatte die Dividende 40 Cent betragen.

Für 2006 erwartet die Salzgitter AG ein „spürbar“ geringeres Ergebnis, das aber immer noch im dreistelligen Millionenenbereich liegen werde. „Wir wissen, dass wir es mit einer sehr volatilen (schwankenden) Branche zu tun haben“, sagte Leese. 2005 sei zudem ein Ausnahmejahr gewesen.

2006 und 2007 werde das Umfeld voraussichtlich schwieriger. Bei Stahl und Röhren werde die Ertragslage 2006 aber voraussichtlich überdurchschnittlich bleiben. Im Unternehmensbereich Handel erwarte er ebenfalls ein über dem langjährigen Mittelwert liegendes Ergebnis. Auch im Sektor Dienstleistungen werde es Steigerungen durch Umsetzung von Verbesserungspotenzialen geben.

Mit einem Konzerngewinn vor Steuern von 940,9 Mill. Euro - ein Plus gegenüber 2004 von 191 Prozent - hatte das Unternehmen nach den Angaben 2005 eine neue „Allzeit-Bestmarke“ verbucht. Dazu trug der Sektor Stahl mit 430,7 Mill. und einem Plus von 147 Prozent bei. Der Bereich Röhren erwirtschaftete 440,5 Mill. Euro und einen Zuwachs von 276 Prozent. Der Jahresüberschuss nach Steuern nahm um insgesamt 241 Prozent auf 842 Mill. Euro zu. Der Gesamtumsatz stieg um 20 Prozent auf 7,15 Milliarden.

Leese bekräftigte das Ziel, mittelfristig einen Konzernumsatz von acht bis zehn Mrd. Euro zu erreichen. Die Profitabilität solle über zwölf Prozent liegen. Die Eigenständigkeit des Konzerns sieht er derzeit nicht in Gefahr. Die Salzgitter AG werde selbst nicht an Übernahmenschlachten teilnehmen. Kleinere Zukäufe schloss Leese aber nicht aus. „Für Gelegenheiten sind wir offen.“

Salzgitter habe seit zehn Jahren keinen Verlust mehr verkraften müssen, sagte Finanzvorstand Heinz Jörg Fuhrmann. „Kein zweites Stahlunternehmen in Europa hat das vorzuweisen.“ Auch bei der Gesamtkapitalrendite halte Salzgitter mit Werten über 20 Prozent 2004 und sogar 38,9 Prozent 2005 in Europa und weltweit Spitzenplätze.

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