Ergebnissteigerung verbucht
MVV Energie nimmt Umsatzprognose zurück

Der Regionalversorger MVV Energie hat den Gewinn in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres 2002/03 (zum 30. September) dank des Ausstiegs aus dem Gas-Geschäft mehr als verdoppelt. Von dem Umsatzziel von zwei Mrd. € für das Gesamtjahr ist Vorstandschef Roland Hartung aber abgerückt.

Reuters MANNHEIM. Das Ergebnis vor Steuern habe sich im ersten Dreivierteljahr auf 211 (Vorjahr: 93) Mill. € verbessert, teilte der im SDax gelistete fünftgrößte deutsche Energieversorger am Montag in Mannheim mit. Aber auch ohne die Effekte aus dem Verkauf der MVV-Anteile an der Gasversorgung Süddeutschland (GVS) für 140 Mill. € an die Energie Baden-Württemberg (EnBW) und die italienische ENI wäre das Ergebnis vor Steuern um 24 % auf 83 Mill. € gestiegen.

Der Umsatz der MVV Energie kletterte um drei Prozent auf 1,35 Mrd. €. „Das ursprünglich angestrebte Umsatzziel von zwei Mrd. € wird sich nicht ganz erreichen lassen“, sagte Hartung. Realistischer sei nun eine Steigerung auf 1,75 (Vorjahr: 1,68) Mrd. €. Grund dafür sei der Rückgang der Strommengen im Großhandel, nachdem einige internationale Handelsunternehmen dort ausgestiegen seien. Die MVV habe sich daher an der Strombörse auf Nischenprofile konzentriert.

An dem Ertragsziel für 2003 hält MVV jedoch fest. Das um den GVS-Verkauf und Restrukturierungskosten bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) soll um fünf Prozent auf 120 Mill. € steigen. Die Einmaleffekte, die in dieser Rechnung außen vor gelassen werden, machten rund 15 bis 16 Mill. € aus. In den ersten neun Monaten 2002/03 stieg das bereinigte Ebit um 24 % auf 123 Mill. €.

Dank der GVS-Erlöse garantierte der scheidende Vorstandschef eine zumindest stabile Ausschüttung. „Wir können schon jetzt sagen, dass wir bei der Dividende von 0,75 € je Aktie bleiben können“, sagte Hartung, der zum 30. September in Ruhestand geht. Ob es darüber hinaus einen Sonderbonus geben werde, müsse nach dem Ende des Geschäftsjahres entschieden werden.

Durch die Niederlage im Wettbewerb um Gelsenwasser will sich MVV nicht entmutigen lassen. „Wir haben deutlich weniger geboten als die (gezahlten) 835 Mill. €. Da ist zu viel bezahlt worden“, sagte Hartung. Das Unternehmen sei jedoch an weiteren Stadtwerken interessiert, etwa in Kiel, wo der Verkaufsprozess in Kürze neu anlaufen soll. Bis 2006 kann der Energiekonzern 450 Mill. € für Zukäufe ausgeben.

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