
DÜSSELDORF. Wechseln is'n Klax. Mit Teldafax." So wirbt Rudi Völler, Sportdirektor des Bundesligisten Bayer Leverkusen, im Fernsehen für den neuen Stromanbieter. Und eine Frau am Spielfeld sagt: "Die von Teldafax erledigen alles für dich."
Die Wahrheit sieht anders aus: Der größte konzernunabhängige Stromanbieter Deutschlands steckt in einer finanziellen Schieflage. Vorstände der Firma räumten gegenüber dem Handelsblatt unumwunden ein, dass Teldafax seit nunmehr eineinhalb Jahren überschuldet ist. Seit dieser Zeit spreche das Management mit Wirtschaftsprüfern über den Fortbestand des Unternehmens. Inzwischen sei jedoch eine Lösung in Sicht.
Grund für die schwere Schieflage ist offenbar das Geschäftsmodell der Firma: Teldafax kauft Strom zu den üblichen Preisen ein und verkauft ihn zum Teil deutlich billiger weiter an seine Kunden. Auf diese Art wuchs der Kundenstamm wie gewünscht steil an - das Unternehmen verwaltete nach eigenen Angaben im 1. Quartal 2008 bereits 400 000 Aufträge. Ende 2009 sollen es bereits knapp 500 000 Kunden gewesen sein.
Doch die Verluste wuchsen ebenfalls. Nur dank immer neuer Kunden, denen eine Vorauszahlung von bis zu 1 000 Euro abverlangt wird, konnte Teldafax einen halbwegs geordneten Geschäftsbetrieb aufrechterhalten.
Der langjährige Lenker bei Teldafax heißt Michael Josten. Er weiß, wie man dubiose Geschäftsmodelle installiert.
Der ehemalige Vorstandschef und spätere Aufsichtsrat von Teldafax war 2007 wegen Untreue in 176 Fällen und Gläubigerbegünstigung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, ohne dass dies der Öffentlichkeit bisher bekannt war. Laut dem Urteil des Landgerichts Mannheim brachte Josten Tausende von Immobilienanlegern mit einem Schneeballsystem um ihr Geld. Die Richter bescheinigten dem Angeklagten "eine erhebliche kriminelle Energie".
Die Haftstrafe trat er erst im Juni 2010 an. Seine Kollegen in der Führung der Firma sagen, sie seien darüber von ihm nicht unterrichtet worden. Zudem habe keine "Veröffentlichungspflicht der Inhaftierung" bestanden.
Die Finanzsituation verschlechterte sich. Für 2008 blieb Teldafax Stromsteuern in Höhe von 18,8 Mio. Euro schuldig. Die Zahlung wurde gestundet und ist mittlerweile bezahlt. Andere Rechnungen sind allerdings noch offen.
2009 konnte Teldafax die Raten aus dem sechs Millionen Euro schweren Sponsoring-Vertrag mit Bayer Leverkusen nicht rechtzeitig zahlen. Bis heute liegen für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 keine testierten Bilanzen vor. Die angespannte Finanzsituation sorgte für heftige interne Auseinandersetzungen. Im Herbst 2009 forderte der damalige Teldafax-Finanzvorstand Alireza Assadi laut Unterlagen, die dem Handelsblatt vorliegen, das Unternehmen müsse spätestens Ende Oktober 2009 Insolvenz anmelden. Teldafax-Chef Klaus Bath bestreitet das.
Unstrittig ist jedoch: Wenige Tage vor dem fraglichen Termin wurde Assadi vom Aufsichtsrat abberufen.
@Willi Halm,
2 Tipps:
1) Der Lastschrift wiedersprechen. Die bank wird den fälligen betrag zurückbuchen müssen. Wenn Teldafax in die insolvenz geht ist euer Geld weg!
2) bei einer insolvenz habt ihr nichts zu befürchten. Mit der insolvenz würden alle Kunden in den Grundversorgungstarif des jeweiligen Versorgers fallen. Somit ist ein schneller Ausstieg möglich.
Also viel Glück
bRAVO, endlich wird darüber ausführlich berichtet, nachdem das Manager-Magazin schon vor über einem halben Jahr angedeutet hat, was bei Teldafax los ist. Eine Schande, dass diese Firme so lange - trotz erdrückender beschwerden geprellter Kunden - tätig sein konnte. Dass bislang nichts geschah grenzt an unterlassene Hilfeleistung. Und das nennt sich Liberalisierung! Das Recht des Unverschämten?Gibt es keine Gremien für Verbraucherschutz mehr in dieser bananenrepublik, die auch durchgreifen? Müssen die zum Jagen getragen werden? bRAVO Handelsblatt. Unbedingt dran bleiben!!
ich schalte mal den Satire-blog ein.
ichh finde das Geschäftsmodel ist doch vollkommen ok.
So funktioniert doch auch investmentbanking und Kapitallebensversicherung - ODER ?
VORKASSE !
Wie sonst sind Gehälter von 500.000+XX p.a möglich ?
Deshalb auch die allgemeine Ruhe.
Das Geschäftsmodell ist allgemein üblich.
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