Erhofftes Wachstum in diesem Jahr bisher ausgeblieben
VW-Betriebsrat drängt weiter auf ander Modellpolitik

Europas größter Autobauer Volkswagen erwägt nach den Worten seines Personalvorstands Peter Hartz zusätzliche Einsparungen bei den Personalkosten, sollte der Aufschwung der Automobilbranche weiter ausbleiben. Angesichts der weiterhin schwachen Autonachfrage forderte VW-Betriebsratschef Klaus Volkert erneut Änderungen in der Modellpolitik des Autobauers.

HB WOLFSBURG. Da der Aufschwung nicht kommen wolle, müsse sich Volkswagen „mit neuen Produkten und einer guten Preisposition diesen Aufschwung schaffen“, sagte Volkert laut VW-Mitteilung am Mittwoch bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg. VW müsse sich auf „das Wesentliche“ konzentrieren. Dies fordere eine Verbreiterung der Produktpalette in der Polo-Klasse sowie neue Modellkonzepte.

Das erhoffte Wachstum in diesem Jahr sei bisher ausgeblieben, sagte Volkert. Das Geld bei den Verbrauchern werde knapper. Es sei nicht zu erwarten, dass die Kunden ihre Zurückhaltung aufgeben würden, wenn die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sich nicht wesentlich verbesserten. Volkert signalisierte die Bereitschaft der Belegschaft zu Mehrarbeit, eine generelle Rückkehr zur 40-Stunden-Woche verschärfe jedoch das Problem der Massenarbeitslosigkeit weiter. Volkert hatte in der Vergangenheit wiederholt den Einstieg von VW ins Luxussegment, etwa mit dem Phaeton, kritisiert und ein Einstiegsauto unter 10 000 € gefordert.

VW-Personalvorstand Peter Hartz sagte, ohne eine Belebung des Absatzes müsse VW mit den „verfügbaren Instrumenten der Personalgestaltung“ noch deutlicher gegensteuern als bisher. Mit Blick auf die im Sommer anstehenden Verhandlungen über einen neuen Haustarifvertrag bekräftigte Hartz, für einen Erhalt der rund 177 000 Konzern-Arbeitsplätze in Deutschland müssten die Personalkosten „mittel- und langfristig“ um 30 % gesenkt werden. Volkswagen habe derzeit gegenüber den deutschen Wettbewerbern einen deutlichen Nachteil bei den Personalkosten.

Im Rahmen seines Sparprogramm „ForMotion“, mit dem der Wolfsburger Konzern auf seinen Gewinneinbruch im vergangenen Jahr reagierte, will VW die Kosten binnen zwei Jahren um zusätzliche zwei Mrd. € senken und 5000 Arbeitsplätze streichen. „Wir werden das Programm weiter konsequent vorantreiben und dabei zusätzliche unbequeme Wege einschlagen müssen“, sagte Hartz. Volkswagen will das Vorjahresergebnis vor Sondereinflüssen von 2,5 Mrd. € 2004 wieder erreichen. Im ersten Quartal waren sowohl Vorsteuerergebnis als auch der Reingewinn um fast 90 % eingebrochen. Auch der Absatz verlief in Deutschland mäßig.

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