Erholung beim Pharmakonzern: Merck spart sich langsam gesund

Erholung beim Pharmakonzern
Merck spart sich langsam gesund

Die Verschlankungskur wirkt: Merck erreicht im vierten Quartal nach langer Durststrecke ein besseres Ergebnis. Schwankungen an den Devisenmärkten schmälern die Jahreserlöse etwas. Der Konzern ist vorsichtig optimistisch.
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DarmstadtDer scharfe Sparkurs und ein starkes Geschäft mit Arzneimitteln in den Schwellenländern haben beim Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck für einen Gewinnsprung gesorgt. Das Traditionsunternehmen verdoppelte seinen Überschuss im vergangenen Jahr auf 1,2 Milliarden Euro, wie Merck am Donnerstag in Darmstadt mitteilte. Allerdings hatten 2012 noch hohe Aufwendungen von rund einer halben Milliarden Euro für das laufende Umbauprogramm den Gewinn belastet.

„Wir haben unsere Kosten schneller als geplant gesenkt und den Umbau des Konzerns vorangetrieben“, sagte Konzernchef Karl-Ludwig Kley. Den Aktionären stellte er eine um 20 Cent auf 1,90 Euro je Aktie angehobene Dividende in Aussicht.

Zum laufenden Jahr äußerte sich Kley eher vorsichtig. Denn der starke Euro macht Merck momentan in den Schwellenländern und in Japan zu schaffen. So erwartet Merck im laufenden Jahr lediglich einen stabilen Umsatz. Werden Wechselkurseffekte und Zu- und Verkäufen herausgerechnet, rechnen die Darmstädter 2014 mit einem leichten Umsatzplus. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) werde voraussichtlich auf Vorjahresniveau verharren.

Im vergangenen Jahr baute Merck sein um Sondereinflüsse bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 9,7 Prozent auf einen Rekordwert von 3,25 Milliarden Euro aus. Die Geschäftsentwicklung sei in allen Sparten positiv gewesen, sagte Kley. Allerdings bekommt das Unternehmen den starken Euro zu spüren - etwa im Japan-Geschäft. Daher sanken die Gesamterlöse 2013 um 0,7 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Auch in der Pharmasparte Merck Serono gingen die Umsätze deshalb leicht zurück.

Kley hatte dem Dax-Konzern nach mehreren Rückschlägen in der Pharmaforschung ein massives Umbauprogramm verordnet. Damit will er die Schlagkraft des Arzneimittelgeschäfts erhöhen und die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen. Denn momentan hat Merck kaum Nachschub an neuen Präparaten. Darüber hinaus drohen ab der Mitte des Jahrzehnts Patentabläufe bei Schlüssel-Arzneien des Konzerns.

Mit dem Sparpaket „Fit für 2018“ will Kley insgesamt ab 2018 jährlich 385 Millionen Euro einsparen. Bis Ende 2013 wurden bereits 325 Millionen Euro erzielt - 45 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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