Erholung, nicht komplette Gesundung: Opel-Chef erwartet nochmals schwieriges Jahr

Erholung, nicht komplette Gesundung
Opel-Chef erwartet nochmals schwieriges Jahr

Der Autobauer Opel erwartet nach dem verlustreichen Vorjahr für 2005 leichte Fortschritte. „Wir werden eine Erholung sehen, es wird aber nicht so sein, dass wir mit Hurra eine komplette Gesundung verkünden können“, sagte Opel-Vorstandschef Hans Demant auf dem Auto-Salon in Genf.

HB GENF/DETROIT. Auch in den kommenden Jahren wird die europäische Autokonjunktur seiner Ansicht nach nicht wirklich anspringen. Das betreffe sowohl das Marktvolumen wie auch den Preisdruck in der Branche. Auf dieser Einschätzung basiere auch das Sparprogramm für das defizitäre Europageschäft des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM).

Der Opel-Chef geht nicht davon aus, dass die Preise in den kommenden Jahren wieder ansteigen werden. „Die Überkapazitäten sind da, und das wird sich nicht wesentlich ändern“, sagte Demant. Alle Hersteller hätten das gleiche Problem. Auch die Volumina würden sich nicht ändern.

Jeder Hersteller, der seine Zukunft auf die Annahme gründe, der Markt werde wieder besser, mache einen „Riesenfehler“, ergänzte Demant. Opel selbst hatte wie andere Hersteller vor einigen Jahren noch damit gerechnet, dass die Autokonjunktur in Europa wieder an Fahrt gewinnt. „Wir haben zu viele Kapazitäten aufgebaut, weil wir von einer Marktverbesserung ausgegangen sind“, sagte Demant.

Der weltgrößte Autohersteller GM fährt seine Nordamerika-Produktion angesichts stark gefallener Verkaufszahlen im heimischen Markt gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück. In Europa wird die Fertigung hingegen praktisch auf Vorjahresniveau gehalten. General Motors hat seit Jahresbeginn in den USA 582 127 Autos verkauft oder 9,9 % weniger als in den beiden ersten Monaten des Vorjahres.

General Motors hat den Mitarbeitern für Mai auch die Schließung der 85 Jahre alten Pkw-Autofabrik in Lansing (Michigan) angekündigt. Die dortigen 3500 Beschäftigten werden temporär nach Hause geschickt. Die meisten werden dann in dem im Bau befindlichen GM-Werk in Delta Township, einem in der Nähe von Lansing befindlichen Ort, Beschäftigung finden. Dort will GM vom nächsten Jahr an „Crossover“-Modelle bauen, berichtete die „Detroit News“ am Mittwoch in ihrer Onlineausgabe. GM hatte zuvor bereits für dieses Jahr die Schließung älterer amerikanischer Autofabriken in Baltimore (Bundesstaat Maryland) und in Linden (New Jersey) bekannt gegeben.

Das Jahr hat nach Darstellung von Nordamerika-Verkaufschef Mark LaNeve für GM und die Branche „langsamer begonnen als erwartet“. GM hat die Produktionspläne für Nordamerika für das erste Quartal 2005 um 45 000 Stück auf 1,18 Mill. Autos reduziert, gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. GM hatte im Januar-März-Abschnitt des Vorjahres noch 1,345 Mill. Autos in den nordamerikanischen Fabriken produziert. Im zweiten Quartal will GM dort nur 1,25 Mill. Fahrzeuge von den Bändern laufen lassen gegenüber 1,389 Mill. im entsprechenden Abschnitt des Vorjahres.

In Europa hat GM seine Produktion für das erste Quartal gegenüber den bisherigen Plänen um 1000 Autos auf 500 000 Fahrzeuge nach oben revidiert. GM hatte im Januar-März-Abschnitt 2004 in Europa 473 000 Autos gebaut. GM will im zweiten Quartal in seinen europäischen Werken insgesamt 498 000 Autos produzieren gegenüber 503 000 Stück in der Vorjahresvergleichszeit.

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