Ermittlungen über mögliche Insolvenzverschleppung und Untreue
Bericht: Durchsuchungen bei PricewaterhouseCoopers

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat einem Bericht zufolge bei PricewaterhouseCoopers Unterlagen über Babcock Borsig beschlagnahmt. Die Wirtschaftsprüfer testierten einst die Bilanzen des insolvent gewordenen Anlagenbaukonzerns.

HB BERLIN. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat im Zuge ihres Ermittlungsverfahrens um die Insolvenz des Anlagebaukonzerns Babcock Borsig offenbar Büroräume der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) durchsucht. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab berichtete, beschlagnahmten die Beamten in der vergangenen Woche in den drei PwC-Niederlassungen Düsseldorf, Essen und Hamburg Geschäftsunterlagen über Babcock. PwC hatte die Bilanzen von Babcock testiert.

Die Staatsanwälte ermitteln seit der Babcock-Pleite wegen des Verdachts der Untreue und Insolvenzverschleppung. Die Behörde erklärte dem Bericht zufolge, die Verdachtsmomente hätten sich jetzt so weit konkretisiert, dass man sich auch von den Prüfungshandlungen der PwC ein genaues Bild machen wolle. Die Prüfungsgesellschaft hatte Betrugsvorwürfe aber stets zurückgewiesen.

Ins Visier der Staatsanwaltschaft gerieten Anfang 2003 auch der frühere Chef der WestLB, Friedel Neuber, und TUI-Chef Michael Frenzel. Die Manager werden verdächtigt, Beihilfe zur Insolvenzverschleppung und Untreue im Zusammenhang mit dem Verkauf der damals zum Babcock-Konzern gehörenden Kieler Howaldswerke Deutsche Werft AG (HDW) geleistet zu haben. Der Werft könnte illegal Liquidität entzogen worden sein.

Babcock hatte die HDW-Werft 1999 von der TUI-Vorgängerin Preussag übernommen. Drei Jahre später verkaufte der kriselnde Maschinenbaukonzern die Werft an den US-Finanzinvestor One Equity Partners und war wenig später zahlungsunfähig. Im September 2002 war das Insolvenzverfahren über Babcock eröffnet worden. Daraufhin nahmen die Staatsanwälte Ermittlungen gegen den früheren Babcock-Chef Klaus Lederer auf. Neuber leitete damals den Aufsichtsrat von Babcock.

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