Ermittlungen um Nanotechnik
Staatsanwaltschaft lässt von Neosino ab

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen den Börsenneuling Neosino eingestellt. Sie konnte keinen Kapitalanlage- und Prospektbetrug feststellen. Ganz aus dem Schneider ist das Unternehmen allerdings noch nicht.

HB FRANKFURT. Die Firma habe zwei Studien vorgelegt, denen zufolge die von ihr angebotenen Nahrungsergänzungsmittel wie angegeben Nanopartikel enthalten, begründete eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft den Schritt am Mittwoch. Ein anonymer Anzeiger hatte behauptet, es befänden sich keine solchen mikroskopisch kleinen Teilchen in den Produkten der Firma.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte das NDR-Magazin „Panorama“. Er hatte berichtet, dass Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts in keiner einzigen Produktprobe Nanopartikel in der von Neosino angegebenen Größe feststellen konnten. Die Aktien der Anfang des Jahres an die Börse gegangenen Firma, die unter anderem den Fußballclub Bayern München beliefert, waren daraufhin um 40 Prozent eingebrochen. Neosino hatte Ende März eine einstweilige Verfügung gegen den Sender erwirkt, die Aussage nicht weiter zu verbreiten.

Aufgrund der von Neosino unter anderem von Bayer eingeholten Gutachten zu den Produkten sei dem Vorstand kein vorsätzlich betrügerisches Handeln nachzuweisen, hieß es nun vom Gericht. Die Nachricht half der Aktie am Mittwoch wenig; der Kurs gab um knapp 4 Prozent nach.

Erst vor Kurzem war Neosino erneut in die Schlagzeilen geraten, nach dem das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit angezweifelt hatte, dass Neosino seine Produkte überhaupt verkaufen darf. Das in den Nahrungsergänzungsmittel enthaltene Silizium werde nicht unter den erlaubten Mineralstoffen geführt und dürfe daher ohne Ausnahmegenehmigung nicht verwendet werden, hatte ein Sprecher in einem Interview erklärt. Neosino widersprach: Das Unternehmen verfüge über die rechtlichen Voraussetzungen für den Vertrieb der Produkte.

Neosino bietet Produkte mit Nanopartikeln an, die nach Firmenangaben nur 3 bis 10 Milliardstel Meter groß sind. Das in diese mikroskopischen Einheiten zerkleinerte Silizium, Magnesium und Calcium soll Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit steigern. Potenzial sieht die Firma auch in der Medizin, Tierzucht und dem Straßenbau.

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