Ermittlungen unter Hochdruck
700 000 Euro für Betriebsrats-Spesen

In der beispiellosen VW-Korruptionsaffäre um Betrugs- und Untreuevorwürfe sowie angebliche „Lustreisen“ von Betriebsräten sowie Tarnfirmen sind am Freitag neue Einzelheiten bekannt geworden.

HB WOLFSBURG. Nach dpa-Informationen hat der frühere Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer 700 000 € als Eigenbelege für Betriebsratsspesen abgerechnet. Wirtschaftsprüfer von KPMG untersuchten derzeit, ob davon auch Luxusreisen finanziert worden seien, hieß es am Freitag aus dem Umfeld des VW-Konzerns. VW- Markenchef Wolfgang Bernhard erklärte unterdessen, er erwarte eine Verschärfung der Krise bei der verlustreichen Konzern-Kernmarke, falls nicht gegengesteuert werde.

KPMG arbeite mit „Hochdruck“ an der Aufklärung der Affäre, hieß es. Ein Zwischenbericht solle „so schnell wie möglich“ vorgelegt werden. Auch die „Neue Presse“ in Hannover hatte über eine ähnliche Summe, die innerhalb der vergangenen zwei Jahre mit Eigenbelegen abgerechnet wurde, berichtet. Eigenbelege werden ausgestellt, wenn keine Quittungen oder Rechnungen vorliegen. Gebauer war in der VW- Personalabteilung für die Beziehungen für den Betriebsrat zuständig.

Rechtlich gesehen müssten die Belege nicht kontrolliert werden, hieß es im Konzern-Umfeld. Die vorhandenen Belege lägen der Staatsanwaltschaft Braunschweig vor. Ein Justizsprecher wollte dies nicht bestätigen: „Wir lassen uns nicht in die Karten schauen.“

Gebauer und der Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster sollen ein Geflecht von Tarnfirmen aufgebaut und Gelder, die VW oder Skoda zustanden, auf eigene Konten umgeleitet haben. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen die beiden früheren VW-Manager wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue.

Justizsprecher Klaus Ziehe sagte am Freitag: „Wir sind zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Ermittlungen.“ Die Ermittler hätten sich zunächst auf Untreuevorwürfe gegen Schuster und Gebauer konzentriert. Mehrere Zeugen wurden vernommen. Details nannte Ziehe nicht. Die Vorgänge bei VW werden außerdem von der Innenrevision des Konzerns sowie von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG untersucht.

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