Ermittlungen wegen Insiderhandels
Käufer für deutsche EADS-Anteile im Gespräch

Eine deutsche Staatsbeteiligung beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS soll es nach dem Willen der Bundesregierung weiterhin nicht geben. Anstattdessen soll ein Konsortium aus Banken offenbar den deutschen Einfluss beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sichern.

HB FRANKFURT AM MAIN. Die von der Bundesregierung angestrebte Lösung sieht nach einem Bericht der „Börsenzeitung“ vor, dass ein Konsortium angeführt von Deutscher Bank, Commerzbank, WestLB und KfW ein Aktienpaket in Höhe von 7,5 Prozent im Wert von 1,5 Mrd. Euro vom EADS-Großaktionär Daimler-Chrysler übernehmen soll.

Eine deutsche Staatsbeteiligung bei EADS soll es nach dem Willen der Bundesregierung entgegen anders lautender Darstellungen weiterhin nicht geben. „Es ist an keine direkte Staatsbeteiligung via KfW oder ähnliche Institute gedacht“, sagte ein hoher Regierungsvertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters in Berlin.

Zudem untersuchen französische Staatsanwälte derzeit offenbar Vorwürfe eines möglichen Insiderhandels und der Verbreitung von Fehlinformationen bei EADS.

Die Beteiligung des Bankenkonsortiums solle dabei direkt und nicht, wie spekuliert, über eine Anleihe erfolgen. Bankenkreise bezeichneten am Donnerstag die von der Zeitung genannten Details als die wahrscheinlichste Lösung.

Ein Sprecher der Hamburger Wirtschaftsbehörde erklärte, Hamburg wolle sich an dem zur Disposition stehenden Aktienpaket beteiligen. In welcher Form genau sei noch offen. Weitere Angaben machte er nicht.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm hatte am Vortag erklärt, dass die Bundesregierung bei den Verhandlungen über einen Einstieg von Investoren bei EADS eine grundsätzliche Einigung mit Anteilseigner Daimler-Chrysler erzielt habe. Zuvor hatte bereits das „Handelsblatt“ berichtet, dass Deutsche Bank, Commerzbank und Goldman Sachs zusammen mit öffentlich-rechtlichen Banken das Paket von Daimler-Chrysler übernehmen wollten.

Daimler-Chrysler will seinen EADS-Anteil von derzeit 22,5 Prozent auf 15 Prozent reduzieren. Um den deutschen Einfluss auf den europäischen Konzern zu wahren, an dem Frankreich ebenfalls 22,5 Prozent hält, sucht die Bundesregierung inländische Investoren für die zum Verkauf stehenden DaimlerChrysler-Aktien.

Dem Bericht der „Börsenzeitung“ zufolge sollen inzwischen die Landesbanken von Bayern und Baden-Württemberg, sowie die HSH Nordbank definitiv einen Einstieg bei EADS abgelehnt haben, obwohl sich in den zugehörigen Bundesländern die wichtigsten deutschen Produktionsstandorte des Konzerns befinden.

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