Ermittlungen wegen möglichen Insidergeschäften bei EADS
Polizeigewahrsam für Forgeard verlängert

Der am Mittwoch festgenommene frühere EADS-Co-Chef Noël Forgeard bleibt vorerst in Polizeigewahrsam. Die Pariser Finanzpolizei verlängerte die Maßnahme am Donnerstag um 24 Stunden bis zum Freitag, verlautete aus Justizkreisen. Forgeard war wegen Verdachts auf Insidergeschäfte beim europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern festgenommen worden.

ap PARIS. Neben ihm sollen 16 weitere aktuelle und frühere Topmanager der Airbusmutter sowie die EADS-Großaktionäre Daimler und Lagardére im Wissen um Schwierigkeiten beim Superjumbo A380 Ende 2005 und Anfang 2006 Aktien verkauft oder ihre Anteile reduziert zu haben. Als die Öffentlichkeit im Juni 2006 über die A380-Pannen informiert wurde, brach der Kurs um mehr als ein Viertel ein.

Im Visier der Finanzpolizei ist auch Airbus-Chef Thomas Enders, der EADS zur Zeit der möglichen Insidergeschäfte gemeinsam mit Forgeard leitete und Ende 2005 zwei Aktienpakete verkaufte. Der Deutsche ist unter den 17 Managern, gegen die die Börsenaufsicht AMF bereits ein Sanktionsverfahren eingeleitet hat. Er soll in Kürze in Paris vernommen werden.

Die Finanzpolizei ermittelt seit November 2006. Forgeard ist der erste Beschuldigte, der in dem Zusammenhang festgenommen wurde. Sollte er auspacken, könnte es für Enders eng werden, schätzen Experten. Beide lieferten sich an der EADS-Spitze einen erbitterten Machtkampf. Forgeard kann ohne richterlichen Beschluss maximal 48 Stunden in Polizeigewahrsam bleiben. Bislang hat er wie alle anderen betroffenen Parteien jede Schuld zurückgewiesen.

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