Ermittlungen werden auf Österreich ausgeweitet
Überraschungspaket Parmalat Austria

Die Wogen um den skandalgebeutelten italienischen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat schlagen immer höher. Hinter der bislang als unwichtig eingestuften Tochtergesellschaft des skandalgebeutelten italienischen Nahrungsmittelkonzerns verbirgt sich einem Magazinbericht zufolge ein überraschend weit verzeigtes Firmengeflecht, das die Ermittler nun genauer unter die Lupe nehmen. Zudem hieß es heute in Finanzkreisen, der italienische Finanzkonzern Banca Intesa werde sein Engagement beim insolventen Nahrungsmittelriesen um rund 200 Mill. € abschreiben.

HB WIEN/MAILAND/FRANKFURT. Die Untersuchungen rund um den Bilanzskandal bei Parmalat werden daher nun auch auf Österreich ausgeweitet. Das berichtete das Wiener Nachrichtenmagazin „Profil“ am Montag. Nach Informationen des Blattes verfügt die Parmalat Austria GmbH, eine 100-Prozent-Tochter des italienischen Mutterkonzerns, über zahlreiche Beteiligungen unter anderem auf den niederländischen Antillen, Mauritius und Costa Rica.

Die Ermittler argwöhnen, dass auch diese Firmen dazu dienten, fiktive Geschäfte zu verbuchen. Bisher galt Parmalat Austria als unbedeutende Zwischenholding, über die lediglich der 25-Prozent-Anteil am österreichischen Milch-Produzenten NÖM AG (Wien) verwaltet wurde.

Derweil will die Banca Intesa offenbar erste Konsequenzen aus dem Parmalat-Skandal ziehen und in ihrer Bilanz berücksichtigen. „Die Banca Intesa hat sich entschieden, 50 bis 60 % ihres Engagements abzuschreiben“, hieß es am Montag in den Kreisen. Das gesamte Kreditengagement bei Parmalat beläuft sich auf 360 Mill. €.

Die nach Vermögenswerten größte italienische Bank teilte unterdessen mit, die Höhe der Risikovorsorge werde mit den Vorbereitungen für die Gesamtjahreszahlen 2003 ermittelt. An der Börse verloren die Anteilsscheine der Bank am Montag mehr als ein Prozent und kosteten noch 3,10 €.

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