Ermittlungsbericht im Internet
EADS wirft Börsenaufsicht Rechtsbruch vor

Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat der französischen Börsenaufsicht AMF Rechtsbruch vorgeworfen. Ermittlungsberichte über angebliche Insidergeschäfte mit Aktien des Unternehmens seien bereits zum zweiten Mal an die Presse gelangt, die Beschuldigten selbst bekämen keinen Einblick, kritisierte der Airbus-Mutterkonzern.

HB MÜNCHEN. Der Airbus -Mutterkonzern EADS hat der französischen Börsenaufsicht AMF Rechtsbruch vorgeworfen. Ermittlungsberichte über angebliche Insidergeschäfte mit EADS -Aktien seien bereits zum zweiten Mal an die Presse durchgestochen worden, aber die Beschuldigten selbst bekämen keinen Einblick, kritisierte EADS am Dienstag. Das Unternehmen sei "geradezu geschockt, da dies im Widerspruch zu rechtmäßigen Verfahren steht und das Recht zur Verteidigung damit ignoriert wird".

Eine französische Zeitung habe Teile eines Untersuchungsberichts samt den Namen beschuldigter Manager am Dienstag im Internet veröffentlicht. Aber weder die Beschuldigten selbst noch EADS hätten Akteneinsicht erhalten oder den AMF-Bericht bekommen. Das Unternehmen forderte von der Pariser Behörde, "dass für die Betroffenen die Unschuldsvermutung gilt und sie nicht öffentlich beschuldigt werden, ohne selbst Einsicht in die Dokumente zu haben".

Mehrere EADS -Manager hatten Aktien verkauft, bevor im Juni 2006 die Lieferverzögerungen beim Jumbo A380 öffentlich bekannt wurden und der Kurs abstürzte. EADS -Rüstungsvorstand Stefan Zoller bestritt jede Verwicklung in Insider-Geschäfte. "Ich habe kein Verfahren", sagte Zoller am Dienstag vor Journalisten im Werk Unterschleißheim. "Ich habe mich völlig korrekt verhalten." Aktien seien Teil seiner Bezahlung, bei Verkäufen habe er stets rechtmäßig gehandelt. "Ich habe bisher keine Chance gehabt, mich auf qualifizierte Art und Weise zu äußern", sagte Zoller. "Ich hoffe, das wird in absehbarer Zeit geklärt."

Die EADS -Rüstungssparte soll auch mit zivilen Sicherheitssystemen stark wachsen und die Umsatzrendite von heute 6,2 auf 8,0 Prozent in drei Jahren steigern. Die Airbus -Krise habe die Erwartungen an die Verteidigungssparte verstärkt, sagte Zoller. Mit 5,5 Milliarden Euro Umsatz und 340 Millionen Euro Betriebsgewinn (Ebit) sei das Rüstungsgeschäft im vergangenen Jahr "der stärkste Ergebnisbringer für EADS" gewesen.

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