_

Erneuerbare Energien: Bosch will Aleo Solar kaufen

Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch baut sein Geschäft mit erneuerbaren Energien weiter aus. Nach der fast abgeschlossenen Übernahme des Solarzellenherstellers Ersol greift das Unternehmen jetzt nach Aleo Solar.

Aleo Solar hat das Interesse von Bosch geweckt. Das Unternehmen vertreibt Solarmodule. Quelle: dpa
Aleo Solar hat das Interesse von Bosch geweckt. Das Unternehmen vertreibt Solarmodule. Quelle: dpa

HB STUTTGART. Der Autozulieferer Bosch baut sein Geschäft mit Solarenergie weiter aus. Nach der Übernahme des Solarzellenherstellers Ersol will Bosch nun für knapp 120 Mio. Euro in bar den kleineren Konkurrenten Aleo Solar übernehmen, wie der Stuttgarter Konzern am Montag mitteilte. Bosch sicherte sich über Verträge mit Großaktionären bereits knapp 40 Prozent des Kapitals und bietet auch den übrigen Anteilseigner neun Euro je Aktie, rund 43 Prozent mehr als der durchschnittliche Aktienkurs der vergangenen drei Monate. Mit der erneuten Übernahme schickt sich der finanzstarke Stiftungskonzern an, die Konsolidierung in der zersplitterten Solartechnikbranche voranzutreiben und seine Abhängigkeit vom zyklischen Automobil-Geschäft zu reduzieren.

Anzeige

Bosch will mindestens 75 Prozent der Aleo-Aktien einsammeln. Das Kartellamt muss die Übernahme noch genehmigen. Aleo beschäftigte im niedersächsischen Oldenburg, in Prenzlau in Brandenburg und in Spanien zuletzt rund 800 Mitarbeiter. Das Unternehmen plant in diesem Jahr einen Umsatz von 380 Mio. Euro und hat im ersten Quartal Verluste geschrieben. Wie alle Solartechnik-Unternehmen kämpft Aleo mit Überkapazitäten und Preisverfall. Firmenchef Jakob Smit geht jedoch mittlerweile davon aus, die Trendwende geschafft zu haben, nachdem Aleo im zweiten Quartal den Umsatz im Vergleich zum ersten Vierteljahr dieses Jahres beinahe verdreifachte. Gewinnzahlen für das zweite Quartal hat Aleo noch nicht veröffentlicht.

Bosch rückt mit der Übernahme des Solar-Modulherstellers Aleo näher an die Branchenschwergewichte Schott Solar, Solon und Solarworld heran. Aleo hat ein Fachhändlernetz und somit über Installateure direkten Zugang zu den gewerblichen und privaten Käufern von Solartechnik. Über Aleo verschafft sich Bosch zudem Zugang zum Dünnschicht-Solarmodulhersteller Johanna Solar mit 125 Mitarbeitern, an der Aleo mit 17 Prozent beteiligt ist.

"Mit dem Erwerb stärken wir unsere Position in der Photovoltaik und im Bereich der regenerativen Energie", begründete der stellvertretende Bosch-Chef Siegfried Dais die Übernahme. Für den thüringischen Hersteller Ersol mit gut 1200 Mitarbeitern hatte Bosch mehr als eine Milliarde Euro auf den Tisch gelegt, deren Aktien will Bosch von der Börse nehmen. Der 1886 gegründete Bosch-Konzern mit zuletzt 43,7 Mrd. Euro Umsatz stellte auch Windkraftgetriebe sowie Heiztechnik her.

"Von der Fertigungsseite her ist Bosch technologisch jetzt gut aufgestellt", sagte Martine Ecker, Managing Director bei Jefferies International, die Bosch bei der Aleo-Übernahme beraten hat. "Sinnvoll und möglich wäre noch die Akquise eines Inverter-Herstellers". Mit Invertern wird Solarstrom in Wechselstrom gewandelt wird. "Allerdings stehen die führenden Unternehmen wie SMA nicht zum Verkauf, die übrigen Marktteilnehmer haben nur wenig Marktanteile. Bosch könnte bei Invertern auch organisch wachsen", sagte Ecker. Denkbar sei auch die Expansion in die USA, die als Wachstumsmarkt gelten. Branchenexperten halten es darüber hinaus für möglich, dass Bosch - wie zuletzt die Berliner Solon - sich noch an einem Silizium-Hersteller beteiligt, um die Rohstoffbasis abzusichern.

Die freiwillige Kaufofferte heizte Übernahmespekulationen an der Börse kräftig an und beförderte Solarwerte wie Solon, Q-Cells und Solarworld um bis zu acht Prozent nach oben.

  • Die aktuellen Top-Themen
Intercontinental Hotels Group: „Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

„Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

Intercontinental Hotels Group will in Deutschland expandieren und die Branchenspitze erklimmen. Erstmals gibt der Weltmarktführer Einzelheiten des geplanten Projekts bekannt.

Frauen gefragt: Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der DAX-Konzerne ist gestiegen. In ein paar Jahren könnten sie bereits knapp ein Drittel ausmachen. Das ist allerdings nicht der einzige Trend, der in den Gremien auffällt.

Die teuerste Werbefläche: Das Trikot-Sponsoring als Millionengeschäft

Das Trikot-Sponsoring als Millionengeschäft

Der Werbeplatz auf dem Bundesliga-Trikot ist beliebt - und kostspielig. Und die Preise dürften weiter steigen. Derzeit ist bei Werder Bremen wieder ein Fleckchen zu haben. Interessenten gibt es genug.

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.