Erneuerbare Energien
EEG-Umlage könnte um bis zu einem Drittel steigen

Die Förderung der erneuerbaren Energien könnte die Netzbetreiber teuer zu stehen kommen. Die EEG-Umlage, mit der die Unternehmen alternative Energien fördern, soll erneut stark erhöht werden.
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BerlinDie Umlage für die Förderung der erneuerbaren Energien wird im kommenden Jahr nach Informationen des Handelsblatts (Mittwochsausgabe) aus dem Umfeld der Übertragungsnetzbetreiber drastisch steigen. Man stelle sich auf eine Spanne „zwischen 4,8 bis 5,2 Cent“ je Kilowattstunde Strom ein, hieß es. Derzeit beträgt die Umlage 3,59 Cent. Eine Erhöhung auf 4,8 Cent entspräche einem Anstieg um 33 Prozent. Damit würde sich die kumulierte Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage von 13 Milliarden Euro im vergangenen Jahr erneut stark erhöhen. Die Umlage wird von allen Stromverbrauchern gezahlt. Ausnahmen gelten für große Verbraucher aus der Industrie.

Die Übertragungsnetzbetreiber, die die Höhe der Umlage ermitteln, bestätigen die Zahlen auf Anfrage nicht. Sie verweisen darauf, dass die Festlegung der Umlage für 2012 erst im Oktober ansteht. Allerdings arbeiten die Unternehmen an Schätzungen: Man nehme derzeit „neue Berechnungen auf Grundlage der geänderten Rahmenbedingungen vor, um schon vor dem Sommer zu wissen, wohin die Reise geht“, hieß es etwa beim Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz. Es bestehe „erheblicher Druck“, die Umlage zu erhöhen.

Gründe dafür seien etwa der rasche Zubau der Photovoltaik, die hohe Windenergieeinspeisung in den vergangenen Monaten sowie das Marktprämienmodell, das zum Jahreswechsel eingeführt wurde. Es honoriert den Versuch von Anlagenbetreibern, den produzierten Strom selbst zu vermarkten statt die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu kassieren. Allerdings wird der Versuch mit einer Managementprämie belohnt, die die Kosten weiter in die Höhe treibt.

Ein starker Anstieg der EEG-Umlage würde die Bundesregierung in Bedrängnis bringen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Mitte vergangenen Jahres im Zusammenhang mit den Beschlüssen zur Energiewende zugesagt, die EEG-Umlage würde auf Dauer den Wert von 3,6 Cent nicht überschreiten.

Die Entwicklung der EEG-Kosten dürfte auch eines der Themen bei der Gründung der „Plattform Erneuerbare Energien“ sein, zu der Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Mittwoch Vertreter der Branche der erneuerbaren Energien, von Bund, Ländern, Städten und Kommunen, Netzbetreibern und der konventionellen Energiewirtschaft einlädt. Zentrale Aufgabe der neuen Plattform soll die Verzahnung der Planungen für den Netzausbau mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien, die Marktintegration der erneuerbaren Energien und ihr Zusammenwirken mit den konventionellen Energieträgern sein.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Erneuerbare Energien: EEG-Umlage könnte um bis zu einem Drittel steigen"

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  • @ Jan: Die Befreiung von der EEG-Umlage ist seit 2012 auf 2 Cent begrenzt. Darüber hinaus wurden die Bedingungen verschärft, es muss nicht nur mindestens 50 % Strom aus EEG-fähigen Anlagen stammen, sondern auch zusätzlich mindestens 20 % Strom aus EEG-fähigen Anlagen im Sinne der §§ 29 bis 33 EEG (Windenergie und Solarenergie) stammen. Es ist absehbar dass, diese Bedingungen nur von wenigen Nischenanbietern erfüllt werden können

  • Der gesunkene Börsenstrompreis führt zu einer höheren EEG-Umlage ,da die Differenz zur Einspeisevergütung dadurch größer wird . Private Endverbraucher habe keine Möglichkeit Strom über die Börse zu beziehen. Darüber hinaus wird die EEG-Umlage für Private Endverbraucher noch mit Mehrwertsteuer belastet. Nach einer Meldung des Handelsballs vom 24.April, könnte die EEG-Umlage im kommenden Jahr um bis zu einem Drittel steigen . Einschließlich Mehrwertsteuer würden private Endverbraucher dann mit ca. 6 Cent pro KWh durch die fragwürdige Umlage der Förderung erneuerbaren Energien auf die Endverbraucher belastet, statt diese Gemeinschaftsaufgabe über Steuern zu finanzieren.

  • Das ist eine extrem lächerlicher Beitrag. Keiner muss EEG - Umlage bezahlen. Wenn mann einen Stromversorger wählt der EEG - umlagefähigen Strom direkt vermarket wie z.B. Naturstrom - hier bin ich selber Kunde - ist davon befreit. Die Preise sind übrigens auch nicht höher als bei den üblichen Versorgern. Ach so habe auch seit jahren keine Strompreiserhöhung erhalten die mit der Erhöhung der EEG Grundlage begründet wurde. Also das einzigste was gemacht werden muss ist den Stromanbieter zu wechseln.

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