Erneuerbare Energien
Siemens will klammen Kunden aus der Windbranche beispringen

Der Siemens-Konzern will klammen Kunden aus der Windbranche unter die Arme greifen. Große Hoffnungen legt der Konzern, der mit den Auswirkungen der Finanzkrise kämpft, auf sogenannte Offshore-Windparks. Erst vergangenen Freitag erhielt der Anlagenbauer einen Rekordauftrag.

mur FRANKFURT. „Wir haben in den USA bereits einem Kunden geholfen“, sagte der Chef des Geschäftsbereichs Erneuerbare Energien, Rene Umlauft, dem Handelsblatt. Wenn dies von anderen Kunden gewünscht werde, dann könne Siemens helfen. Anders als bei seinen Managerkollegen bei Repower oder Nordex kommt Umlauft die Größe von Siemens zur Hilfe, um seinen Wachstumskurs abzusichern.

Denn ungeachtet aller Euphorie sieht sich die Branche mit den Auswirkungen der Finanzkrise konfrontiert. Viele Banken haben die Kreditzufuhr gedrosselt oder sogar ganz eingestellt. Erschwerend kommt hinzu, dass mit der HSH Nordbank und der Royal Bank of Scotland wichtige Finanziers von Windpark-Projekten in wirtschaftliche Schwierigkeit geraten sind.

Die gedämpfte Nachfrage geht an Siemens nicht spurlos vorbei. „Auch wir haben Kunden, die Projekte langsamer angehen“, sagte Umlauft. Er schraubte daher die Wachstumsprognosen für den Windbereich zurück. „Wir werden wohl nicht so stark wachsen, wie wir im vergangenen Jahr gedacht hatten.“ Bislang war er für dieses Jahr von einem Zuwachs von 30 bis 40 Prozent ausgegangen. „Das Wachstum wird nun im zweistelligen Prozentbereich liegen.“ Zuletzt setzte Siemens mit Erneuerbaren Energien 2,1 Mrd. Euro um.

Große Hoffnungen legt Umlauft auf sogenannte Offshore-Windparks, also Anlagen auf Hoher See. Am Freitag hatte Siemens mit dem dänischen Versorger Dong einen Rahmenvertrag für die Lieferung von bis zu 500 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1 800 Megawatt (MW) geschlossen. Jede Anlage kann 3 000 Haushalte mit Strom versorgen. „Das ist der größte Auftrag, den wir je hatten.“ Den Wert der Bestellung bezifferte der Spartenchef auf über zwei Mrd. Euro. Die Auslieferung soll im Jahr 2011 anlaufen.

Er rechnet nun mit weiteren Großbestellungen. „Wir führen mit weiteren Firmen Gespräche über Offshore-Projekte.“ Umlauft machte keine Angaben über die anderen Verhandlungspartner. Kürzlich hatte der Chef von RWE Innogy, Fritz Vahrenholt, Verhandlungen mit Siemens über die Lieferung von Offshore-Anlagen bestätigt. Der Bau von Windkraftanlagen auf dem Meer gilt als ein wichtiger Wachstumsmarkt. Allerdings birgt das Geschäft auch Risiken, da die Windräder auf dem Wasser extremeren Bedingungen als an Land ausgesetzt sind. Neben Siemens forciert vor allem Repower das Geschäft. Der kleinere Wettbewerber konnte mit RWE bereits einen großen Kunden gewinnen.

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