Erneuerbare Energien
Solarfirmen peilen Zukäufe an

Ungeachtet der Finanzkrise rüsten sich die Anlagenbauer für Zukäufe. Centrotherm Photovoltaics sondiert den Markt und hat besonders Firmen aus den Bereichen Automation und Nasschemie im Fokus. Manz Automation will seine Position im Ausland stärken.

DÜSSELDORF. Ungeachtet der Finanzkrise rüsten sich die Solaranlagenbauer für Zukäufe. "Wenn wir Akquisitionen tätigen wollen, dann stehen uns Mittel in dreistelliger Millionenhöhe zur Verfügung", sagte der Finanzvorstand von Centrotherm Photovoltaics, Oliver Albrecht, dem Handelsblatt. Im Fokus hat der im TecDAX notierte Maschinenhersteller Firmen aus den Bereichen Automation und Nasschemie. Letztes ist ein Arbeitsschritt bei der Produktion von Solarzellen, um deren Effizienz zu erhöhen.

Derzeit sondiert das Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Blaubeuren den Markt auf mögliche Ziele. Ein Abschluss könnte in der ersten Hälfte kommenden Jahres erfolgen, sagte Albrecht. Stemmen will Centrotherm mögliche Übernahmen durch eigene Mittel und die Aufnahme von Krediten. "Auch könnten wir darüber nachdenken, eigene Aktien im Tausch anzubieten."

In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen die Schwesterfirma Centrotherm Thermal Solutions für 137 Mio. Euro übernommen und zugleich über eine Kapitalerhöhung seine Kriegskasse gefüllt.

Akquisitionsfreudig zeigt sich auch die Konkurrenz von Centrotherm. Während der Anlagenbauer Roth & Rau mit dem gestern bekannt gegebenen Kauf der italienischen Tecnofimes die Produktionstiefe erhöht, will Manz Automation seine Position im Ausland stärken. Im Fokus hat Vorstandschef Dieter Manz dabei die Vereinigten Staaten, Indien und arabische Länder. Vor allem die USA gelten für die Branche als der wichtigste Zukunftsmarkt für die Solarindustrie. Rund 85 Mio. Euro liegen in der Kasse von Manz für Zukäufe bereit.

Bei Experten stößt der Expansionsdrang auf positive Resonanz. "Wenn man jetzt zuschlagen kann, dann lässt sich mitunter ein Schnäppchen machen", sagte Frank Neumann vom Bankhaus Lampe. Wegen der Finanzkrise seien die Übernahmepreise gefallen. Centrotherm und Manz sieht Neumann nach den Kapitalerhöhungen ausreichend mit Finanzmitteln ausgestattet.

Der Akquisitionskurs ist nicht ohne Risiko. So verdreifachte Manz im dritten Quartal zwar den operativen Gewinn (Ebit) auf 6,75 Mio. Euro, allerdings ging der Auftragsbestand gegenüber dem Halbjahr um 50 Mio. auf nunmehr 160 Mio. Euro zurück. "Daran zeigt sich, dass die Unsicherheit in der Branche größer wird", sagte Neumann.

Centrotherm-Finanzchef Albrecht übt sich hingegen in Optimismus: "Ich glaube, dass sich die Solarindustrie in einer Sonderkonjunktur befindet. Wir spüren von der Krise noch sehr wenig." Dies spiegelt sich im Auftragsbestand von rund einer Mrd. Euro und der Geschäftsentwicklung im dritten Quartal wider. Nach Unternehmensangaben setzte sich das Umsatzwachstum fort. Centrotherm will am Mittwoch seine Bilanz vorlegen.

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