Erneuerung des Kraftwerksparks
Eon und RWE investieren Milliarden in Großbritannien

Die deutschen Energiekonzerne RWE und Eon geben in den kommenden Jahren mehrere Milliarden Euro für die Erneuerung ihrer Kraftwerksparks in Großbritannien aus. Dabei steht neben der Modernisierung die Reduzierung der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen im Vordergrund.

LONDON. Gemeinsam bringen die deutschen Firmen mehr als die Hälfte der zehn Milliarden Euro auf, die in Großbritannien in den kommenden fünf Jahren in neue Kraftwerke fließt. Beide haben auch Interesse am Bau neuer Kernkraftwerke gezeigt, doch die politische Entscheidung dafür ist noch nicht endgültig gefallen.

Die britische Energiebranche ist eine der am stärksten liberalisierten der Welt. Sechs Unternehmen dominieren das Geschäft mit der Strom- und Gasversorgung, darunter sind vier aus dem Ausland. Eon und RWE haben starke Positionen auf dem Markt, daneben sind die französische EdF und die spanische Iberdrola mit ihrer im vergangenen Jahr gekauften Tochter Scottish Power aktiv. Britische Anbieter sind die aus dem ehemaligen Gasmonopolisten hervorgegangene Centrica und Scottish & Southern Energy. Beide werden immer wieder als Übernahmekandidaten gehandelt.

Die britische Regierung hat im Mai einen neuen energiepolitischen Kurs skizziert, der stabile Rahmenbedingungen für die erforderlichen Milliarden-Investitionen in Kraftwerke bieten soll. Gleichzeitig hat sie das Land auf einen ehrgeizigen Plan zur Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen verpflichtet. Nach Schätzungen der Stromwirtschaft müssen bis 2020 knapp 20 Mrd. Pfund (29 Mrd. Euro) in neue Kraftwerke fließen. Ein Drittel der bestehenden Anlagen müsse ersetzt werden.

Der größte Teil der ersten Modernisierungswelle, für die die Energieversorger in den kommenden fünf Jahren rund sieben Mrd. Pfund ausgeben, besteht darin, Kohlekraftwerke und ältere Gaskraftwerke durch moderne, effiziente Gaskraftwerke zu ersetzen. Das gilt auch für die Investitionsprogramme der beiden deutschen Versorger.

RWE hat vor allem zwei große Projekte angekündigt: In Pembroke im Westen Wales’ will der Konzern ab 2008 für 800 Mill. Pfund ein modernes Gaskraftwerk mit einer Kapazität von 2,2 Gigawatt bauen. Es soll ab 2010 Strom für rund vier Millionen Haushalte liefern. Schon ein Jahr früher soll das Gaskraftwerk in Staythorpe nahe Nottingham mit 1,65 Gigawatt ans Netz gehen. Es wird 600 Mill. Pfund kosten. Zusätzlich modernisiert RWE für 60 Mill. Pfund das Gaskraftwerk Didcot und baut für Hunderte von Millionen Pfund Windfarmen.

Andrew Duff, Chef des britischen Ablegers RWE Npower, kündigte kürzlich an, im Gegenzug die Kohlekraftwerke Didcot und Tilbury bis 2015 zu schließen. Dann würde das Unternehmen mit einem Drittel weniger CO2-Emission auskommen als im Jahr 2000. Zusätzlich prüft RWE gerade die Machbarkeit zweier neuer Kohlekraftwerke mit einer Leistung von zusammen vier Gigawatt. Sie würden 22 Prozent weniger Kohlendioxid abgeben als derzeit übliche Anlagen. Die Kosten dafür beliefen sich auf weitere rund drei Mrd. Pfund.

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