Erneuerungsbedarf der deutschen Energiewirtschaft
Stromerzeuger Steag hofft auf neue Kraftwerke

Der Stromerzeuger Steag AG will von den geplanten Milliarden-Investitionen in der deutschen Energiewirtschaft profitieren.

HB ESSEN. Dabei wolle man sich auf den Neubau von Kraftwerken in Deutschland und im angrenzenden Europa konzentrieren, kündigte der Chef des fünftgrößten deutschen Stromerzeugers, Alfred Tacke, bei der Bilanzvorlage am Mittwochabend in Essen an. Daneben seien auch Verbesserungen der Wirkungsgrade bei bestehenden Kraftwerken geplant. Neue Investitionen in Übersee würden dagegen nicht weiter verfolgt.

In der Steag sind seit Jahresbeginn die Energieaktivitäten des Essener Bergbau- und Chemie-Konzerns RAG gebündelt. Bei einer Stromerzeugungskapazität von 7000 Megawatt verfügt die Steag über keine eigenen Übertragungsnetze. Rund 80 Prozent des von dem Unternehmen erzeugten Stroms werden derzeit von dem Essener Energiekonzern RWE abgenommen.

RAG-Chef Werner Müller hatte den gesamten Erneuerungsbedarf der deutschen Kraftwirtschaft auf rund 40 000 Megawatt beziffert. Dies entspreche rund 50 Kraftwerksblöcken und einem Investitionsbedarf von über 40 Milliarden Euro. Dabei werde es sich überwiegend um Steinkohle-Kraftwerke handeln.

Nach einem Umsatzanstieg im vergangenen Jahr um 460 Millionen Euro auf 1,441 Milliarden Euro werde bei der Steag für das laufende Geschäftsjahr nach der Neuordnung mit knapp 5000 Mitarbeitern ein Umsatz von rund 4,6 Milliarden Euro erwartet, hieß es.

Neben der Kraftwirtschaft und der Gassparte im Saarland betreibt die Steag künftig auch den nationalen Steinkohlehandel im RAG-Verbund. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen verdoppelte sich im vergangenen Jahr nahezu von 125 Millionen Euro auf 247 Millionen Euro.

Bereits im kommenden Jahr sei in Duisburg-Walsum der Baubeginn des ersten neuen Steinkohle-Kraftwerks in Deutschland seit 15 Jahren mit Investitionen von rund 800 Millionen Euro geplant.

Steag ist auch interessiert, in Zukunft Gaskraftwerke zu bauen. „Wir sehen uns den Gasmarkt sehr genau an“, sagte der Vorstandsvorsitzende Alfred Tacke. Voraussetzung für den Bau sei aber der Abschluss von langfristigen Lieferverträgen.

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