Erneut fällt ein großer Börsengang ins Wasser
Kamps hat für Tank & Rast geboten

Der Bonner Konzern Tank & Rast wird aller Voraussicht nach an Finanzinvestoren verkauft. Nach monatelangen Verhandlungen liegen zwei Angebote in Höhe von jeweils über einer Milliarde Euro vor, wie das Handelsblatt aus dem Bieterkreis erfuhr.

HB FRANKFURT/M. Der Verkauf von Tank & Rast läuft auf einen Erwerb durch Finanzinvestoren hinaus. Nach Informationen aus dem Bieterkreis liegen nach monatelangen Verhandlungen nun zwei Angebote im Volumen von 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro für den Raststättenbetreiber auf dem Tisch. Bei den Interessenten handelt es sich um das Private-Equity-Haus Terra Firma und um Heiner Kamps, den ehemaligen Eigentümer der gleichnamigen Bäckereikette, der zusammen mit einem angelsächsischen Beteiligungsfonds für Tank & Rast bietet.

Nach Angaben aus Branchenkreisen haben alle Interessenten vor der Abgabe ihrer Offerte die Bücher der Gesellschaft durchleuchtet. Mit einer Entscheidung wird noch vor Weihnachten gerechnet. Mit dem Verkauf an Finanzinvestoren würde ein weiterer Hoffnungsträger auf einen Börsengang ausfallen. Die Eigentümer von Tank & Rast verfolgten bislang eine Doppelstrategie und ließen die Investmentbanken Cazenove, Dresdner Kleinwort Wasserstein und Goldman Sachs sowohl die Chancen für eine Aktienemission als auch für einen Verkauf an Finanzinvestoren ausloten.

Zwar würde das Zeitfenster bis zum Jahresende einen Börsengang immer noch ermöglichen. Allerdings machten die Unsicherheit an den Finanzmärkten und die attraktiven Angebotspreise der Beteiligungsgesellschaften diesen Weg unwahrscheinlich, heißt es aus dem Kreis der Beteiligten.

Angesichts der schwierigen Situation an den Märkten wurden in diesem Jahr bereits mehrere Börsenkandidaten von Beteiligungsfonds weggeschnappt. So kauften die Texas Pacific Group und Credit Suisse First Boston den Armaturenhersteller Friedrich Grohe für 1,8 Mrd. Euro, und Kohlberg, Kravis & Roberts (KKR) verleibte sich die Werkstattkette Auto-Teile-Unger (ATU) für 1,5 Mrd. Euro ein. Andere Unternehmen mussten ihre Emissionspläne in diesem Jahr sogar ganz streichen. Dazu zählten Hapag-Lloyd und die Halbleiterzulieferer Siltronic sowie X-Fab. Von Anfang des Jahres geschätzten 15 bis 20 Börsengängen blieben lediglich fünf übrig.

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