Erneute Panne bei Abnahmeflug
Enders sieht Airbus in „Lebensgefahr“

Der starke Euro setzt den europäischen Flugzeugbauer Airbus offenbar dramatisch unter Druck. In einer Rede vor Betriebsräten aus ganz Deutschland kündigte Airbus -Chef Thomas Enders in Hamburg tiefgreifende Maßnahmen an – und damit die Beschäftigten in Rage gebracht. Zugleich gab es eine weitere Panne mit Folgen für einige Passagiere bei einem Abnahmeflug.

MÜNCHEN. Das Geschäftsmodell sei „nicht mehr tragfähig“, der Euro-Kurs habe „die Schmerzgrenze überschritten“, das Tempo des Dollarverfalls sei „lebensbedrohlich“, habe Enders vor den Mitarbeitern gesagt, berichtete „Spiegel Online“. Konzernkreise gehen jetzt davon aus, dass Enders noch mehr Fertigung als bereits angekündigt in den Dollar-Raum verlegen will.

Der Dollar-Verfall macht Airbus zu schaffen, weil Flugzeuge auf dem Weltmarkt generell in der US-Währung abgerechnet werden und dem europäischen Flugzeugbauer nun gewaltige Verluste drohen, heißt es. Enders hat daher den Auftrag, spätestens bis Jahresende einen Umbauplan zu erarbeiten. Jetzt versuche er, die Belegschaft auf sehr harte Maßnahmen einzuschwören, erklärte ein Beobachter.

Bei den Beschäftigten sorgten die neuen Sparsignale der Airbus -Spitze für Unmut. „Das Management soll nicht ständig neue Schlagzeilen produzieren, sondern die vorhandenen Probleme bei den Passagiermaschinen A 380 und A 350 sowie beim Transportflugzeug A 400M abarbeiten“, sagte der Chef des Airbus -Konzernbetriebsrates, Rüdiger Lütjen, der „Berliner Zeitung“. Anstatt über die Verlagerung von Produktionskapazitäten in den Dollar-Raum sollten die Manager über die Preise für die Flugzeuge nachdenken und nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten suchen, forderte er.

Der bisher bekannte Airbus-Sparplan „Power8“ ist auf einen Euro-Kurs von 1,35 Dollar ausgerichtet, mittlerweile steuert der Kurs aber auf 1,50 Dollar zu. Jeder Cent, den der Dollar fällt, kostet Airbus nach eigenen Angaben 100 Millionen Dollar. Der Chef des Airbus -Mutterkonzerns EADS, Luis Gallois, hatte bereits Anfang November einen schärferen Sparkurs bei Airbus angekündigt. Deshalb hatte das Unternehmen sein Sparziel im Rahmen von „Power8“ bereits von 2,1 auf 3,1 Milliarden Euro erhöht.

Im Rahmen seines Sparprogramms will sich der Flugzeughersteller auch von den drei deutschen Werken Varel, Nordenham und Laupheim trennen. Deren Verkauf jedoch stockt. Bisher ist zudem der Abbau von 3 700 Arbeitsplätzen in Deutschland vorgesehen. Die Airbus-Kapazitäten sind voll ausgelastet und Airbus hat mehr als 3 000 Flugzeuge herzustellen.

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