Eröffnung Paris Air Show
Das Kräftemessen der Luftfahrtriesen

Es ist das große Duell der Luftfahrtmesse in Paris: die neue Airbus A350 gegen den 787 Dreamliner von Boeing. Pannen beim Dreamliner verhelfen Airbus zu glänzenden Geschäften. Doch der Erfolgsdruck ist hoch.
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ParisKommt er kurz geflogen oder bleibt er in Toulouse? Das ist die Frage, die Publikum und Aussteller bei der Eröffnung der 50. Pariser Flugschau beschäftigt. Zwar stellen mehr als 2.200 Unternehmen aus 44 Ländern ihre Produkte in Le Bourget vor, doch der Langstreckenjet A350 von Airbus dürfte die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wenn er denn kommt, werden die Manager des Konkurrenten Boeing den Auftritt vermutlich besonders kritisch beäugen.

Das neue Langstreckenflugzeug des europäischen Erzrivalen Airbus soll die Lüfte erobern – und wenn es nach den Messemachern geht auch den Himmel über Paris. Bereits am Freitag hatte die Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS mit einem medialen Großaufgebot den Jungfernflug des A350-Jets ab dem Werk in Toulouse inszeniert. „Ich könnte mir vorstellen, dass er über Le Bourget fliegt“, sagte EADS-Chef Tom Enders.

Erst Anfang vergangener Woche hatte „Major Tom“ die Startfreigabe erteilt. Enders und Airbus-Chef Fabrice Brégier wollten sich diesen Coup gegenüber Boeing offenbar nicht entgehen lassen. Der Erstflug war in den Monaten zuvor stets für „Mitte des Jahres“ avisiert worden. „Es ist einfach fantastisch“, jubelte Brégier danach.

Das wichtigste Ausrufezeichen ist also bereits vor dem heutigen Beginn der Paris Air Show gesetzt. Damit ist es nicht mehr entscheidend, ob Airbus dem Erstflug auch eine Premierenrunde über Le Bourget folgen lässt – auch wenn der Flugzeughersteller damit das Titelbild der Messe liefern würde.

Ob Überflug oder nicht, eins ist auch so klar: Die neue A350 wird zum großen Herausforderer für Boeings Kassenschlager 777 und 787. Die Amerikaner haben immer noch mit den Problemen der 787 Dreamliner zu kämpfen – Milliardenverluste belasten sie bis heute. Zuletzt setzten ihnen die im Wundervogel verbauten Lithium-Ionen-Batterien arg zu. Ein durch überhitzte Akkus verursachter Brand im Januar zog ein mehrmonatiges Flugverbot nach sich, es gab einen Auslieferungsstopp. Erst seit Mai dürfen die Maschinen wieder starten. „Boeing hat den Dreamliner zu schnell auf den Markt gebracht“, urteilt Luftfahrt-Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler.

Und noch immer holpert es. Darunter haben vor allem die japanischen Stammkunden zu leiden. In der vergangenen Woche musste zunächst ein Dreamliner der Japan Airlines (JAL) auf dem Flug nach Singapur umkehren, weil es ein Problem mit der Enteisungsanlage der Triebwerke gab. Keine 24 Stunden später konnte eine Maschine der All Nippon Airways (ANA) nicht Richtung Tokio abheben, da das rechte Triebwerk nicht funktionierte. Auch viele andere Dreamliner-Airlines fragen sich inzwischen: Hören die Probleme denn nie auf?

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  • Als das mit den Verkäufen mit den B787 nicht so klappte, soll Boeing einfach die ganz große Rabattkeule rausgeholt haben. Flugs konnte sich Boeing nicht vor Aufträgen retten. So etwas wird EADS mit den A350 sicherlich auch gemacht haben. Da lief es ja eine Zeit gar nicht gut. Sobald die Produktion des A350 anläuft, wird EADS wohl wie Boeing auch schnell merken, dass damit kein Geld zu verdienen ist. Aber die Boeing Margen beim B777 dürften mit der A350 Konkurrenz ziemlich dahin schmelzen.

  • Sieht man sich die "Leidensgeschichten" beim A380 und beim A400M an, dann sollte man mal abwarten wann und wie der A350 tatsächlich ausgeliefert wird. Das kann sich alles noch gaaanz lange ziehen. Bei Boeing wird die Produktion am Jahresende auf 10 Dreamliner im Monat hochgezogen und es kommt bereits die verlängerte Version in die finale Phase. Die Akku-Probleme waren ärgerlich, scheinen aber behoben. Da ist jetzt freie Fahrt angesagt.

  • Es gibt Überlegungen die EADS in Airbus umzutaufen. Nun gut das wäre nicht schlecht aber warum nicht gleich eine europäische Unternehmensform?
    Anstatt der niederländischen EADS B.V. und der französischen Airbus SAS einfach die Airbus SE gründen, mit juristischen Sitz in den Niederlanden. Auch wenn die EADS Führung nach Toulouse zieht, sollte der juristische Sitz in einem "neutralen" Land bleiben.

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