Erschöpfung
Akzo-Nobel-Chef macht einen Monat Pause

Wegen Erschöpfung nimmt sich der Chef des weltgrößten Farbenherstellers eine Auszeit bis voraussichtlich Mitte Oktober. Eine wichtige Strategiesitzung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Anleger sind beunruhigt.
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AmsterdamDer niederländische Farbenhersteller AkzoNobel muss vorerst ohne Chef durch die Krise steuern. Rund ein halbes Jahr nach Antritt fällt Vorstandschef Ton Büchner wegen Erschöpfung bis voraussichtlich Mitte Oktober aus, wie der weltgrößte Hersteller von Farben wie Dulux am Dienstag mitteilte. Büchner ist den Angaben nach bereits seit etwa zwei Wochen abwesend. Eine eigentlich für Oktober angesetzte Ankündigung zur Strategie ist nun auf unbestimmte Zeit verschoben - zur Beunruhigung der Anleger. „Da sich Akzo-Nobel beim Konzernumbau in einer kritischen Phase befindet, ist die Abwesenheit des CEO sicher keine gute Nachricht“, konstatierten Analysten der Rabobank. AkzoNobel-Aktien sanken im Amsterdam um gut fünf Prozent.

Der 47-jährige Büchner war im April vom Schweizer Maschinen- und Anlagenbauer Sulzer an die Spitze von AkzoNobel gewechselt. Experten zeigten sich verwundert über die Entwicklung. Als Chef von Sulzer sei Büchner eigentlich an die Arbeitsbelastung als Chef einer börsennotierten Firma gewöhnt. Deswegen sei die Nachricht umso überraschender, erklärten die Rabobank-Experten. Dies zeige, dass offenbar viel zu tun sei bei AkzoNobel.

Das Unternehmen hatte im Juli mit der Vorlage der Bilanz für das zweite Quartal von einem rauen Marktumfeld gesprochen und über hohe Rohstoffkosten geklagt. Im Oktober sollten dann zusammen mit der Bilanz zum dritten Quartal Details zur Firmenstrategie verkündet werden. Die Zahlen sollen nach wie vor am 18. Oktober veröffentlicht werden, die Strategie-Vorstellung fällt bis auf weiteres aus. „Die Entscheidung ist im Einklang mit der ärztlichen Empfehlung gefallen“, teilte AkzoNobel mit. In Büchners Abwesenheit ist Finanzchef Keith Nichols erster Ansprechpartner im Vorstand.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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