Erst 2004 wieder Wachstum erwartet
Pleitenrekord in Druckindustrie befürchtet

Die deutsche Druckindustrie rechnet wegen der Medien- und Werbeflaute erst 2004 wieder mit Wachstum und befürchtet in diesem Jahr einen Pleitenrekord.

HB/dpa FRANKFURT. „Nach dem Höchststand von 306 Insolvenzen im vergangenen Jahr werden voraussichtlich 2003 noch einmal 20 Prozent dazukommen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm), Thomas Mayer, am Mittwoch in Frankfurt.

Die Umsätze werden im laufenden Jahr erneut zurückgehen. Das Minus soll zwei bis drei Prozent betragen. Im nächsten Jahr wird ein Plus von zwei Prozent erwartet. 2002 büßte die Branche real 5,4 Prozent ein und erwirtschaftete in Betrieben mit 20 oder mehr Beschäftigten 16,3 Milliarden Euro. 60 Prozent der Erlöse hängen direkt von den beiden kriselnden Branchen Werbung und Medien ab.

„Vermutlich haben wir 2002 den Tiefpunkt erlebt“, berichtete Mayer. Von Januar bis April 2003 hat es zwar einen Rückschlag von 4,8 Prozent bei den Umsätzen gegeben. Doch der Verband geht von einer Besserung in der 2. Jahreshälfte aus. Allerdings sei das prognostizierte Minus von zwei bis drei Prozent eher optimistisch.

Der Export werde in diesem Jahr weiter zulegen. Bereits 2002 lag der Auslandsumsatz 1,5 Prozent höher als 2001. „Wir haben noch nie so viele Druckerzeugnisse exportiert wie im zurückliegenden Jahr“, hob der bvdm-Hauptgeschäftsführer hervor. In den ersten vier Monaten 2003 gab es sogar ein Plus von 17,5 Prozent. Dennoch spiele der Export in der Druckbranche im Vergleich zur Industrie allgemein eine kleine Rolle. Die Exportquote lag 2002 bei 10,6 Prozent - in der Industrie sind es im Durchschnitt 38 Prozent. „Das war zu wenig, um die deutlichen Verluste im Inlandsgeschäft auszugleichen.“

Der Personalabbau habe sich in den ersten vier Monaten 2003 bei den größeren Betrieben beschleunigt. In den Druckereien mit 20 oder mehr Beschäftigten waren die Belegschaften 6,2 Prozent kleiner als im Vorjahr. Im vergangenen Jahr hatte die Branche insgesamt vier Prozent der Stellen gestrichen. Die Zahl der Beschäftigten reduzierte sich auf knapp 212 000. Mittelfristig werde die Branche nur auf niedrigem Niveau wachsen. Die modernen Technologien hätten zu Überkapazitäten und einer Strukturkrise geführt. „Prinzipiell wird dadurch der Grad der Spezialisierung zunehmen“, sagte Mayer.

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