Erste Gebote
Chrysler-Verkauf nimmt Formen an

Beim laufenden Verkaufsprozess für Chrysler drängt die Stuttgarter Konzernzentrale auf einen schnellen Abschluss. Nach Informationen aus Branchenkreisen rechnet die von Daimler-Chrysler für eine eventuelle Trennung engagierte Investmentbank JP Morgan bis Ende dieser Woche mit ersten vorläufigen Geboten für den US-Autobauer. Dann könnte alles sehr schnell gehen.

hz/mm/mwb FRANKFURT. Eine zweite Bieterrunde, die dann verbindliche Angebote beinhalten würde, würde sich direkt anschließen, hieß es in den Kreisen. Der Verkaufsprozess für Chrysler könnte sich demnach noch bis Juni hinziehen. Allerdings gibt es auch Stimmen im Daimler-Konzern, die von einem viel schnelleren Ende des Chrysler-Verkaufs sprechen. Demnach könnte das ganze Verfahren nur noch wenige Wochen dauern. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte zum Zeitplan bislang lediglich gesagt, dass das Unternehmen nicht bis Ende 2009 warten werde, um zu Entscheidungen zu kommen. Ein Daimler-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Die Würfel über die Zukunft von Chrysler werden damit aller Voraussicht in den nächsten Monaten fallen. Zetsche hatte Mitte Februar am Chrysler-Stammsitz angekündigt, zusätzlich zu einem neuen Sparprogramm alle Optionen für Chrysler zu prüfen, was auch eine Partnerschaft oder einen Verkauf einschließt. Die US-Sparte leidet an Absatzproblemen und hat entsprechend Daimler die Konzernbilanz 2006 mit einem Milliardenverlust in der Sparte verhagelt. Der neue Sanierungsplan soll Chrysler bis 2009 mit geplanten Einsparungen in Höhe von 4,5 Mrd. Dollar wieder auf eine Umsatzrendite von mindestens 2,5 Prozent hieven.

Finanzinvestoren sind interessiert

Daimler stößt vor allem bei Finanzinvestoren auf ein breites Interesse für Chrysler. Nach Informationen aus Finanzkreisen zählen mit dem Finanzinvestor Cerberus, das den Ex-Chrysler-Topmanager Wolfgang Bernhard als Berater für den Deal unter Vertrag genommen hat, sowie einem Konsortium unter der Führung der Private-Equity-Gesellschaft Blackstone gleich mehrere Investmentgesellschaften zu den Interessenten.

Auch der kanadische Zulieferer Magna International, der als weiterer wahrscheinlicher Bieter gilt, hat sich bereits mit einem Finanzinvestor zusammengetan und ist bereit, zwischen 4,6 bis 4,7 Mrd. Dollar für Chrysler zu zahlen, wie der Analyst Brett Hoselton von Keybanc Capital Markets schreibt. Magna habe angeboten, bis zu 25 Prozent an Chrysler zu übernehmen.

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