Erste Gespräche über Übernahme der Pharmasparte
Novartis liebäugelt mit Altana-Kauf

Der Baseler Pharmakonzern Novartis zeigt offenbar Interesse an der Pharmasparte der Altana AG. Nach Informationen aus Branchenkreisen gab es bereits Gespräche zwischen beiden Unternehmen.

FRANKFURT. Diese führten aber noch zu keiner Annäherung bei der Bewertung der Altana Pharma AG. Sprecher von Novartis und Altana wollten dazu gestern keine Stellungnahme abgeben.

Altana prüft eine strategische Allianz oder einen kompletten Verkauf seiner Pharmasparte und zielt dabei nach Brancheninformationen auf einen Preis von sieben Mrd. Dollar (rund 5,8 Mrd. Euro), was als ambitioniert gilt. Nachdem die Altana-Aktie gestern um vier Prozent zulegte, wird der gesamte Konzern einschließlich seiner Chemiesparte an der Börse mit 6,6 Mrd. Euro bewertet.

Für den expansiven Novartis-Konzern würde die Übernahme eine Chance eröffnen, sein Geschäft mit Magen- und Asthmamitteln zu stärken. „Ein breiteres Produktprogramm mag zwar nicht im Trend sein. Aber es bringt Wachstumsmöglichkeiten und reduziert das Risiko“, sagte Novartis-Chef Daniel Vasella vor kurzem gegenüber Analysten. Bereits zu Jahresbeginn erwarb er den Generikahersteller Hexal für mehr als acht Mrd. Dollar. Gestern einigte er sich mit Chiron auf die Übernahme der restlichen Anteile an dem US-Impfstoffhersteller für 5,1 Mrd. Dollar. Eine Offerte für Chiron, an der Novartis bereits 42 Prozent hält, hatte der Baseler Konzern zuvor von 40 auf 45 Dollar je Aktie aufgestockt.

Unterdessen hat Altana Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Pharmasparte erstmals offiziell bestätigt. In einem Brief an die Belegschaft teilte Vorstandsvorsitzender Nikolaus Schweickart mit, man habe die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, Optionen für eine strategische Weiterentwicklung von Altana Pharma zu prüfen. Dazu werde man in den nächsten Monaten gezielt potenzielle Pharmapartner ansprechen.

Altana Pharma erzielte zuletzt 2,1 Mrd. Euro Umsatz und wächst derzeit noch mit etwa sieben Prozent pro Jahr. Das Unternehmen steht jedoch vor der Herausforderung, dass sein Hauptprodukt, das Magenmittel Pantozol, ab 2009 seinen Patentschutz verliert und dann deutliche Umsatzeinbußen zu erwarten hat.

Die Hoffnung, diesen Einbruch durch die neuen Asthmamedikamente Daxas und Alvesco aufzufangen, dürften sich nach Verzögerungen in der Entwicklung voraussichtlich nicht erfüllen, wie Schweickart jetzt einräumte. Deshalb sei eine „Öffnung des Unternehmens für strategische Partner jetzt geboten und sinnvoll“. Haupteignerin Susanne Klatten, die etwas mehr als 50 Prozent an Altana hält, ist, wie Schweickart andeutete, bereit, auf eine Mehrheit an der Pharmasparte zu verzichten.

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