Erste neun Monate erfreulich verlaufen
Airbus bleibt Wachstumsträger von EADS

Nach einer deutlichen Gewinnsteigerung in den ersten neun Monaten hat der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS wie bereits angekündigt seine Prognose für 2004 angehoben.

HB MÜNCHEN. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat dank der guten Auftragslage des Flugzeugbauers Airbus seine Prognose für 2004 angehoben. Mit einer Verdoppelung der Ergebnisse in den ersten neun Monaten übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich. „Solide Ergebnisse bei Airbus und der Turnaround in der Raumfahrt bilden die Grundlage für eine erhöhte Ergebnisprognose für das Jahr 2004 und darüber hinaus“, sagten die Chefs von EADS, Rainer Hertrich und Philippe Camus am Donnerstag. EADS erhöhte seine operative Ergebnisprognose für 2004 auf 2,2 Milliarden Euro von zuvor 2,1 Milliarden Euro. Das Umsatzziel hob der Konzern auf 32 Milliarden Euro an.

Mit einem binnen Jahresfrist fast verdoppeltem Ebit von 1,382 Milliarden Euro war der Flugzeugbauer Airbus erneut Hauptantriebskraft des Konzerns, der für Januar bis September ein Ebit von 1,5 Milliarden Euro auswies. Angesichts des beginnenden Aufschwungs der Branche rechnet EADS bei der Tochter Airbus für 2004 mit mindestens 315 ausgelieferten Flugzeugen. Das hohe Wachstum des Luftverkehrs in der Asien-Pazifik-Region habe die Nachfrage gestärkt, hieß es in dem Zwischenbericht zum dritten Quartal. Das Programm für das neue Großraumflugzeug A380, mit dem Airbus ab 2006 weiteres Wachstum anpeilt, laufe planmäßig. Bislang gebe es 139 feste Zusagen von 13 Kunden für das 555 Passagieren Platz bietende Flugzeug. Airbus hatte seinen US-Konkurrenten Boeing im vergangenen Jahr erstmals als Weltmarktführer für zivile Flugzeuge abgelöst. Auch Boeing hatte Ende Oktober nach einem kräftigen Gewinnsprung im dritten Quartal seinen Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Boeing will in diesem Jahr 285 Maschinen ausliefern, 2005 dann 320.

Vorbereitungen auf Tankflugzeugauftrag in den USA

Deutliche Verbesserungen habe es bei der defizitären Raumfahrtsparte gegeben, so dass die geplante „schwarze Null“ im Gesamtjahr zu erreichen sei, teilte EADS mit. Der operative Verlust verringerte sich vor allem wegen der erfolgreichen Umsetzung eines Programms des britischen Verteidigungsministeriums auf fünf Millionen Euro nach einem Verlust von 184 Millionen Euro noch ein Jahr zuvor. „Wir sind zuversichtlich, dass die Rentabilität dieses Geschäftsbereichs nach einer schwarzen Null für 2004 weiter steigen wird“, gaben sich die EADS-Chefs optimistisch.

Der Bereich militärische Transportflugzeuge sei allerdings von der Angebotserstellung und dem Verhandlungsprozess über eine milliardenschwere britische Tankflugzeug-Order belastet worden, hieß es. Dennoch habe der Bereich mit fünf Millionen Euro wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Tankflugzeugmarkt bietet für EADS ein enormes Wachstumspotenzial. Mittlerweile werden den Europäern auch in den USA Chancen eingeräumt. Dort bereitet sich EADS derzeit auf die Ausschreibung eines Tankflugzeug-Auftrags vor. Der Auftrag war zunächst an Boeing gegangen, nach einem Skandal über die Vergabe aber wieder zurückgezogen worden. Die Entscheidung über eine neue Ausschreibung steht noch aus. Tiefer in die Verlustzone geriet die Konzernsparte Verteidigungs- und Sicherheitssysteme, die bei dem Bundeswehr-Auftrag Herkules nicht zum Zuge kam.

Mit einem Konzern-Umsatz von 21,5 (Vorjahr: 18,5) Milliarden Euro und einem Überschuss von 597 (242) Millionen Euro übertraf EADS die Analystenprognosen deutlich. Die hauptsächlich in Paris gehandelte Aktie gab dennoch nach. In Paris fiel sie knapp ein Prozent auf 22,78 Euro. In Frankfurt, wo das Papier im Index für mittelgroße Werte notiert ist, fiel das Minus mit 0,22 Prozent auf 22,74 Euro nicht ganz so deutlich aus.

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