Erste Produkte für 2008 geplant
Richemont verbündet sich mit Lauren

Die beiden Luxusgüterkonzerne Richemont aus der Schweiz und Polo Ralph Lauren aus den USA haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Zweck des Joint-Ventures sei Design, Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Luxusuhren und Schmuck, erklärten beide Firmen.

HB ZÜRICH. Das langfristig ausgelegte Gemeinschaftsunternehmen trägt den Namen „The Polo Ralph Lauren Watch and Jewellery Company SARL“. Verkauft werden sollen Uhren und Schmuck in der mittleren bis oberen Preisklasse sowohl in den bestehenden Ralph-Lauren-Boutiquen als auch durch unabhängige Juweliere und Luxusuhren-Geschäfte. Beide Konzerne besitzen jeweils die Hälfte der neuen Gesellschaft. Zu den Investitionskosten nannten die Geschäftspartner keine Zahlen. Sie seien aber sicher nicht so hoch, da zum Beispiel keine neue Fabrik gebaut werden müsse und auch die Logistik bereits heute existiere, sagte ein Richemont-Sprecher. Die ersten Produkte sollen im Herbst 2008 lanciert werden. Über die erwarteten Umsätze machten die Unternehmen keine Angaben. Richemont ist in Genf ansässig und besitzt Schmuckmarken wie Cartier und Van Cleef & Arpels. Dem Konzern gehören unter anderem auch die Uhrenmarken Jaeger-LeCoultre und Piaget. Während die Luxusmarken gut verdienen, gehören Modemarken wie Dunhill bislang eher zu den Bereichen, die im Vergleich zu anderen Richemont Konzerntöchtern schlechter abschneiden. Der New Yorker Partner Ralph Lauren, der vor allem für Kleidung, Accessoires für die Inneneinrichtung sowie Düfte bekannt ist, erhält durch die Kooperation Zugang zu einem Markt mit höheren Margen.

Mit ihrer Kooperation ziehen Richemont und Lauren mit dem Vorbild des Schweizer Uhrenkonzerns Swatch-Gruppe gleich, der mit dem US-Freizeitbekleidungs-Hersteller Timberland zusammenarbeitet: Beide Unternehmen hatten im vergangenen Jahr vereinbart, dass die Schweizer für Timberland Uhren fertigen.

Die Zusammenschlüsse finden vor dem Hintergrund statt, dass sich in der Luxusgüterindustrie möglicherweise der starke Aufwärtstrend nicht weiter fortsetzt. So hatte die Schweizer Uhrenindustrie für das vergangene Jahr mit einem Exportvolumen von 13,7 Mrd. Euro zwar einen Rekord gemeldet, die Zuwachsraten sind jedoch bereits gesunken.

In den wichtigsten Märkten USA und Hongkong sind die Exporte im Dezember sogar im Vergleich zum Vorjahr 2,7 und 8,7 Prozent zurückgegangen. Auch in Großbritannien, China, Taiwan und Thailand erlitten die Schweizer Luxushersteller Rückschläge. Wie es weitergeht, wird sich unter anderem bei der im nächsten Monat stattfindenen Messe Basel World zeigen, die zu den wichtigsten Ereignissen der Branche zählt.

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