Erste Richtungsentscheidung des neuen Konzernlenkers
Zetsche stellt bei Mercedes Geldverdienen vor Absatzrekorde

Der designierte Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche sagt schon jetzt, wo's künftig im Konzern und speziell bei der schwächelnden Hauptmarke Mercedes lang gehen wird. Statt möglichst viele Autos zu verkaufen ist sein erklärtes Ziel, möglichst profitabel zu wirtschaften.

HB DETROIT. Zetsche äußerte bei seinem ersten Auftritt vor Journalisten seit der Nominierung zum Nachfolger von Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp Zweifel an einer Volumenstrategie: „Ich weiß nicht, ob bei uns das höchste Verkaufsvolumen Priorität hat“, sagte er am Dienstagabend in Detroit. „Profitables Wachstum ist das, worum es geht.“ Das habe er schon bei Chrysler gesagt.

Dieter Zetsche, der nach dem Weggang von Eckhard Cordes bis auf Weiteres auch die ertragsschwache Mercedes Car Group leiten wird, hat den US-Autobauer Chrysler innerhalb von fünf Jahren wieder profitabel gemacht. Er baute 27 000 Arbeitsplätze ab, schloss sieben Werke und gab mehrere Produktlinien auf.

Zetsche ließ offen, wie lange er neben dem Konzern auch die Mercedes-Pkw-Sparte führen wolle. „Ich sehe es als Gelegenheit, mich direkt um diesem Teil des Unternehmens zu kümmern“, sagte er. „Wie lange? Das wird die Zukunft zeigen.“ Die Nachrichtenagentur Reuters hatte aus mit der Situation vertrauten Kreisen erfahren, dass Zetsche etwa ein Jahr Mercedes selbst führen wolle. Er tritt die Stelle am 1. September an. Am 1. Januar nächsten Jahres wird er dann auch Konzernchef.

„Es ist klar, dass wir zu einem Rentabilitätsniveau zurückkehren wollen, das für einen Premium-Hersteller angemessen ist“, sagte Zetsche. „Wir sind auf einem sehr guten Weg dorthin. Unsere Qualität verbessert sich sehr schnell und wird bald da sein, wo sie sollte.“ Zur Zukunft der Kleinstwagenmarke Smart äußerte sich Zetsche nicht. Analysten spekulieren darauf, dass Zetsche die unprofitable Sparte aufgeben könnte.

Der zum Monatsende zurücktretende Mercedes-Vorstand Eckhard Cordes hat für Sparte bereits ein Sparprogramm aufgelegt, mit dem die Kosten gesenkt und die Umsätze gesteigert werden sollen. Im zweiten Quartal kehrte die Mercedes Car Group früher als erwartet in die Gewinnzone zurück.

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