Erste Sitzung der Deutsch-Saudischen Wirtschaftskommission
Gute Aussichten für deutsche Wirtschaft in Saudi-Arabien

Die deutsche Wirtschaft kann im Rahmen der von beiden Seiten angestrebten stärkeren Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien auf Großgeschäfte in dem Land und insbesondere auf ein Milliardenprojekt im Bahnbereich hoffen.

HB BERLIN. Über konkrete Vorhaben wird nach Angaben von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) bereits gesprochen. Saudi-Arabiens Finanzminister Ibrahim Al-Assaf sagte nach einer ersten Sitzung der Deutsch-Saudischen gemischten Wirtschaftskommission in Berlin: „Es gibt viele Möglichkeiten zur Kooperation“. Besonders aussichtsreich sei dies im Finanzsektor sowie im Bahnbereich.

Siemens-Chef Heinrich von Pierer äußerte sich für die deutsche Wirtschaft hocherfreut über das breite Kooperationsangebot des Landes und sprach von einer Einladung Al-Assafs dazu. Besonderes erwähnte er eine geplante Bahnverbindung vom Roten Meer zum Persischen Golf, zu dem die deutsche Bahnindustrie besonders beitragen und das ein Milliardenvolumen erreichen könnte. Clement sprach ebenfalls von enormen Chancen für die deutsche Industrie. Er betonte aber auch das große deutsche Interesse an saudiarabischen Investitionen in Deutschland.

Clement würdigte die wichtige Rolle Saudi-Arabiens als weltweit größter Ölproduzent bei der Dämpfung des zeitweise stark steigenden Ölpreises. „Saudi-Arabien hat sich große Verdienste erworben, den Markt einigermaßen stabil zu halten“, sagte er. „Minister Al-Assaf hat gesagt, dass da auch noch Spielräume sind zu reagieren auf die starke Nachfrage“, ergänzte Clement mit Blick auf anhaltend hohe Ölnachfrage. Die Industrieländer und damit auch Deutschland hätten größtes Interesse an einem kalkulierbaren, nicht überspitzen Ölpreis.

Beide Seiten seien der Auffassung, dass die Zusammenarbeit im wirtschaftlichen Bereich und auch in der Berufsausbildung noch stark ausgeweitet werden sollte, sagte Clement. Dafür gebe es vielfältige Chancen, insbesondere im Rahmen der geplanten Privatisierungen in Saudi-Arabien. Das gelte etwa für den Energie-, den Telekommunikations-, aber auch den Luft- und Eisenbahnverkehrs-Bereich. Weitere Kooperationsfelder sehe er im Ausbau der Infrastruktur, in der Meerwasserentsalzung, im Lebensmittel-, Abfall- und Abwasser-Bereich. „In all diesen Gebieten gibt es Chancen für die deutschen Unternehmen“, sagte Clement.

Die Zeichen für Kooperation wiesen nach oben. Al-Assaf sagte, sein Land biete Deutschland insbesondere im Finanzbereich und auch im Bahnbereich besonders aussichtsreiche Kooperationsfelder. Saudi-Arabien sei derzeit dabei, seinen Finanzsektor zu öffnen. Im Bahnbereich könnte die deutsche Industrie ihre Stärken ebenfalls einbringen. Es gebe aber noch weitere Felder, warb er um mehr Zusammenarbeit. Dem diene das geschlossene Investitionsschutzabkommen mit Deutschland, und auch ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung liege an.

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