Erste Verhandlungsrunde beendet
Opel: Verhärtete Fronten

Bei den Opel-Gesprächen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern in Rüsselsheim sind die Fronten weiter verhärtet. Am Dienstagmorgen soll es eine gemeinsame Erklärung zum Stand der Verhandlungen geben.

HB FRANKFURT/LONDON/ANTWERPEN. In Rüsselsheim ist die erste Verhandlungsrunde zwischen Gesamtbetriebsrat und dem Opel-Vorstand zu den Sanierungsplänen des US-Mutterkonzerns General Motors(GM) beendet. „Die Gespräche sind für heute zu Ende gegangen“, sagte ein Opel-Sprecher am Montagabend. Die einzelnen Teilnehmer hätten sich zu Gesprächen zurückgezogen. GM will in seinem defizitären Europageschäft in den kommenden zwei Jahren 12 000 Stellen streichen und jährlich 500 Millionen Euro an Kosten einsparen. Besonders betroffen wird die deutsche Tochter Opel sein. Bei dem Rüsselsheimer Autobauer sollen 10 000 Stellen wegfallen.

Die Vertreter der Arbeitnehmer forderten bislang den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen von der Unternehmensseite und die Zusage, dass keine Werke geschlossen werden. Der Chef von GM Europe, Fritz Henderson, schließt Werksschließungen mittelfristig nicht aus.

„Die Unternehmensleitung jammert auf hohem Niveau“, sagte Betriebsrat Lothar Marquardt am Montag in Bochum mit Blick auf Signale, die er von den Gesprächen bekommen habe. Opel beharre nach wie vor auf dem Abbau von 4000 Stellen in Bochum. Es gebe deshalb keine Bereitschaft, die Arbeit wieder aufzunehmen. Zum Aktionstag an diesem Dienstag würden alleine in Bochum bis zu 100 000 Menschen erwartet, da sich nicht nur Mitarbeiter beteiligen wollten, sondern auch viele Familienangehörige und Mitbürger.

Schröder mahnt zur Lösung am Verhandlungstisch

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat im Opel-Streit zu einer Lösung am Verhandlungstisch gemahnt. „Ich wünsche mir, dass die Verhandlungen aufgenommen werden, damit die Bänder wieder laufen können“, sagte Schröder am Montagabend bei einem Kongress in Berlin. „Die Auseinandersetzung muss so geführt werden, dass die Interessen der Beschäftigten ebenso gewahrt werden, wie die Notwendigkeit, Reformen zu machen.“

Vauxhall-Arbeiter nehmen an Aktionstag teil

Beschäftigte der britischen GM-Tochter Vauxhall wollen sich am Dienstag an dem europaweiten Aktionstag gegen die geplanten Stellenstreichungen bei Opel, Vauxhall und Saab beteiligen. Nach Angaben des britischen Gewerkschaftssprechers Dave Osborne sollen in den kommenden zwei Jahren 340 Stellen im Vauxhall-Werk in Ellesmere Port sowie weitere 94 in der Van-Fabrik in Luton gestrichen werden.

Ein Vauxhall-Sprecher sagte, dass die in Großbritannien gebauten Autos vom Typ Astra und Vivaro zwar ein Erfolg seien. Doch hätten sich die Verluste des Unternehmens im vergangenen Jahr auf umgerechnet gut 170 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Werk Antwerpen hat genügend Teile für die Nacht- und Frühschicht

Die Produktion im belgischen Opelwerk in Antwerpen ist bis zum Beginn der Nachtschicht am Dienstag gesichert. Das meldete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf Gewerkschaftsvertreter. Nach diesen Angaben soll am Dienstagmorgen erneut geprüft werden, wie die Arbeit weitergehen könnte. Antwerpen erhält aus dem Bochumer Werk Fahrzeugteile wie Türen.

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